Ev zug schlägt nach 33 sekunden zu – davos kassiert den nächsten k.o.
33 Sekunden. So lange brauchte Andreas Wingerli, um Davos die nächste Blutung zu verpassen. Der EV Zug startet wie eine Lawine, stellt nach dem 3:7-Debakel auf 3:0 und zwingt die Bündner in die Räumlichkeiten der Selbstzweifel.
Die Zahlen sind gnadenlos: drei Tore in 14 Minuten, 13 Schüsse auf Nyffeler, null Antwort vom HCD. Tomas Tatar schlenzt das 2:0 ins Netz, Gregory Hofmann vollstreckt zum 3:0 – und das Eisstadion in Zug kocht vor Schadenfreude. Was war das noch für ein Verhältnis? Im dritten Spiel lagen die Zuger nach neun Minuten 0:3 hinten, nun drehen sie den Spieß innerhalb von vier Spielminuten.
Ludvig johnsons comeback gibt fribourg neue rätsel
Während die Zentralschweizer jubeln, rührt oben im Westen der Schweiz ein Name die Gemüter auf: Ludvig Johnson. Der 22-jährige Verteidiger feiert nach Oberschenkelproblemen sein Playoff-Debüt – und genau das ist der Punkt, der Trainer Roger Rönnberg vor neue Kopfschmerzen stellt. Plötzlich stehen sieben gesunde Top-Verteidiger zur Verfügung, die Reihen müssen umgestellt werden, die Chemie neu erfunden. Johnsons Einsatz ist kein Geschenk, sondern ein Luxusproblem.
Gleichzeitig fehlt Andrea Glauser, der in Spiel drei mit einer Schulterverletzung ausfiel. Die Balance zwischen Rückkehr und Ausfall beschert Fribourg die nächste personelle Achterbahn – und das in einer Serie, die ohnehin schon auf des Messers Schneide steht.
Die Tore von Michael Kapla und Co. sind deshalb mehr als nur Ergebniskosmetik. Sie sind ein Statement. Kapla, bislang ohne Playoff-Treffer, jagt den Puck zwischen Nyffelers Beinschoner – und liefert sich dabei ein Lehrstück über Timing und Druck. Kyle Rau legt auf, Kapla zieht direkt ab, Nyffeler reagiert einen Tick zu spät. 1:0, alles andere als glücklich.

Davos rennt gegen die eigene uhr
Für den HC Davos beginnt ein Countdown, der längst tickt. Seit dem 7:3-Sieg in Spiel drei glaubte man, die Serie gedreht zu haben – doch die erste Minute von Spiel vier riss die Rechnung wieder entzwei. Die Bündner haben 48 Stunden, um die Defensive neu zu justieren, sonst droht Spiel fünf im Valbella zum Spiegel zu werden: wer zuerst trifft, gewinnt die Köpfe.
Und dann ist da noch Dominik Kubalik. Der Stürmerstar sitzt erneut auf der Tribüne, sein Einsatz bleibt ein Konstrukt aus Medizin und Taktik. Ohne ihn wirkt das Powerplay der Zuger nicht minder effizient – ein Hinweis darauf, dass die Tiefe des Kaders den Unterschied macht. Genau diese Tiefe fehlt Davos, wenn die ersten drei Blöcke ins Straucheln geraten.
Mit jedem Tor schmilzt das Selbstvertrauen des HCD ein Stück weiter. Die Statistik ist gnädig mit den Zugern: Teams, die nach einem 0:3-Start in einem Spiel mit 3:0 antworten, gewinnen die Serie in 78 Prozent der Fälle. Die Wende ist messbar, spürbar und vor allem: laut. In der 14. Minute steht der ganze Block 121 auf den Sitzreihen, als Hofmann das 3:0 erzielt – und niemand will bis dahin wieder sitzen.
Die Playoffs schreiben ihre eigenen Gesetze. Eines lautet: Wer zweimal wackelt, fliegt. Davos hat gewackelt, Zug hat zugeschlagen. Johnson ist zurück, Kubalis Comeback bleibt offen – und irgendwo zwischen diesen Polen entscheidet sich, wer im Viertel Finale tanzen darf. Die Uhr läuft, der Eisbrecher namens EV Zug ist bereits in Fahrt.