Minerva hase und nikita volodin schreiben eiskunstlauf-geschichte

Gold in Prag! Minerva Hase und Nikita Volodin haben Deutschlands Eiskunstlauf-Paar jahrelang im Schatten der großen Rivalen gehalten – nun stehen sie ganz oben. Mit 228,33 Punkten holten sie in der tschechischen Hauptstadt die erste WM-Krone für deutsche Paare seit acht Jahren.

Der lange marsch nach vorn

Die 26-jährige Hase und der 29-jährige Volodin trainieren in Berlin-Kreuzberg, drei Stockwerke über dem Landwehrkanal. Dreieinhalb Jahre ist das Duo jetzt zusammen, doch die Chemie stimmt. Nach Bronze 2024, Silber 2025 folgt 2025 der logische Schritt: Gold. „Unsere Verbindung auf dem Eis war heute stärker als je zuvor“, sagte Hase nach dem letzten Tango.

Die Georgier Anastasia Metelkina/Luka Berulava mussten sich mit 218,41 Punkten begnügen, die Kanadier Lia Pereira/Trennt Michaud landeten bei 216,09. Für Deutschland bedeutet das Podest den ersten WM-Titel seit Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 in Mailand.

Die frage nach dem karriereende

Die frage nach dem karriereende

Hase sprach offen über mögliche Konsequenzen: „Wir setzen uns nach der Saison zusammen und schauen, ob die Batterien noch eine neue Ladung zulassen.“ Volodin schwieg, musterte stattdessen die Goldmedaille an seiner Brust. Die Entscheidung liegt noch offen, doch derzeit wirkt alles wie ein glänzendes Finale.

Dass die japanischen Olympia-Sieger Riku Miura/Ryuichi Kihara in Prag fehlten, spielt für die Deutschen keine Rolle. „Wir sind nicht auf fremdes Ausscheiden hereingefallen, wir sind auf eigenes Aufsteigen gegangen“, betonte Bundestrainer Romain Haguenauer.

Als zweites deutsches Duo rutschten Annika Hocke/Robert Kunkel vom zehnten auf den siebten Platz (194,11 Punkte). Für sie ist die WM ein Lehrgeld – für Hase/Volodin ein Lehrstück darüber, wie Ausdauer sich in Gold verwandelt.

Die Eistanz-Saison 2025 endet mit einem Paukenschlag. Deutschland feiert, Prag jubelt, und irgendwo in Kreuzberg klingelt das Telefon: Sponsoren wollen dabei sein, wenn ein Paar so kalt kalkuliert wie heiß tanzt. Wer weiß, vielleicht ist das Gold von Prag erst der Auftakt.