Wm 2026: public viewing in nrw – so feiern wir die fußballspiele!
Die Fußball-WM 2026 in Nordrhein-Westfalen wird anders als erwartet. Keine riesigen Fanmeilen wie bei der Heim-EM 2024, aber viele kleinere, feine Public-Viewing-Veranstaltungen locken die Fans an. Doch warum gibt es so wenige große Events und wo kann man die Spiele trotzdem gemeinsam erleben? Das haben wir für Sie herausgefunden.
Späte anstoßzeiten und knappe kassen – gründe für den wandel
Die späten Anstoßzeiten in den USA, Kanada und Mexiko stellen viele Veranstalter vor Probleme. Gepaart mit den gestiegenen Kosten für Sicherheit, Personal und Infrastruktur – die Inflation macht sich bemerkbar – sind viele private Initiativen und auch Kommunen zurückhaltender. Maik Grondkowski, Inhaber von Glas Strack in Bocholt, spricht offen über die wirtschaftlichen Risiken: „Die Resonanz der Besucher war überwältigend [bei der EM 2024], aber die gestiegenen Kosten sind einfach zu hoch. Es ist ein Riesenrisiko, besonders wenn es regnet.“

Die highlights: von recklinghausen bis oberhausen
Trotzdem gibt es Lichtblicke. In Recklinghausen beispielsweise feierten bereits 5.500 Fans den Sieg der deutschen Mannschaft vor dem historischen Rathaus. Auch in Hückelhoven wird bis zu 3.000 Zuschauer erwartet. Besonders beeindruckend war die Stimmung auf dem Gelände der Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen, wo sich rund 15.000 Menschen zum Spiel Deutschland gegen Curacao einfanden – ein vorübergehender Ausflug in die Fan-Euphorie.
Ein Überblick über einige der größeren Public-Viewing-Veranstaltungen in NRW:
- Recklinghausen: Bis zu 7.500 Besucher vor dem Rathaus
- Hückelhoven: Bis zu 3.000 Zuschauer auf dem Rathausplatz
- Oberhausen: Rudolf-Weber-Arena (einzelne Spiele)
- Mönchengladbach: Kaiserbiergarten mit bis zu 800 Gästen

Die städte zögern: sicherheitsbedenken und haushaltsnot
Köln und Münster haben sich gegen die Ausrichtung von Public Viewings entschieden. Köln nennt Sicherheits- und Lärmschutzgründe, während Münster die angespannte Haushaltslage und bereits geplante Großveranstaltungen anführt. Die FIFA verschärft zudem die Lizenzbedingungen für Sponsoren, was die Organisation zusätzlich erschwert.
Die Zahl spricht für sich: Eventmanager Philipp Johnen schätzt, dass Veranstalter allein für größere Public Viewings mit Kosten von mehreren tausend Euro rechnen müssen. Und das Risiko, dass sich die Investition nicht rechnet, ist hoch.
Trotz aller Herausforderungen gibt es aber auch eine große Freude am gemeinsamen Erleben des Fußballs. Und das ist es, was zählt.
