Alkohol macht heißhunger: warum sie nach wein nach salzigem greifen!
Wer kennt es nicht: Ein gemütlicher Abend mit Wein, und plötzlich meldet sich der Körper für salzige Snacks. Neue Forschungsergebnisse aus Sydney enthüllen nun den überraschenden hormonellen Mechanismus dahinter – und erklären, warum wir nach einem Glas Wein eher Lust auf Pizza als auf Kuchen haben.
Der fgf21-effekt: ein hormon lenkt den appetit
Eine bahnbrechende Studie der Universität Sydney, die Daten von über 9.000 australischen Erwachsenen analysierte, hat einen direkten Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Verlangen nach salzigen Speisen festgestellt. Jeder getrunkene Alkohol enthielt eine erhöhte Aufnahme von Lebensmitteln mit kräftigen Aromen zur Folge. Doch was steckt dahinter? Die Antwort liegt in einem Hormon namens FGF21. Alkohol stimuliert dessen Ausschüttung, was wiederum den Appetit auf Proteine steuert und die Vorliebe für sogenannte Umami-Aromen verstärkt – diese Aromen, die wir normalerweise mit proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und gereiftem Käse verbinden.
Das Problem: Protein-Lockvögel. Die Forscher sprechen von „Protein-Lockvögeln“ – Lebensmitteln wie Chips, Crackern, Nachos oder Tiefkühlpizzen, die zwar Umami-Aromen enthalten, aber kaum Proteine liefern. Diese Lockvögel aktivieren zwar das Signal der Protein-Fantasie, stillen den Hunger aber nicht wirklich. Das Ergebnis: Wir Essen weiter, treiben den Konsum von Fett, Kohlenhydraten und Kalorien in die Höhe, ohne uns tatsächlich satt zu fühlen. David Raubenheimer, Mitautor der Studie, verdeutlicht: „Wenn Proteine in der Ernährung fehlen, kompensieren wir, indem wir insgesamt mehr Essen, um den durch Alkohol ausgelösten erhöhten Proteinbedarf zu decken. So trägt Alkohol letztendlich zu Überernährung bei, insbesondere wenn stark verarbeitete Lebensmittel mit niedrigem Proteingehalt zur Verfügung stehen.“
Amanda Grech, die Erstautorin der Studie, erklärt: „Viele Menschen kennen das Gefühl, nach einem Drink plötzlich Lust auf etwas Salziges zu verspüren – sei es Chips, Pizza oder andere herzhafte Speisen. Nun wissen wir, warum.“

Süße wird gemieden: alkohol reduziert den appetit auf zucker
Bemerkenswert ist auch, dass Alkohol gleichzeitig den Appetit auf Süßes reduziert. Der FGF21-Hormonspiegel sinkt, was zu einem geringeren Verlangen nach Kuchen oder Torten führt. Die Studie zeigt, dass der Effekt des Alkohols auf die Gesamtkalorienzufuhr stark davon abhängt, ob die Ernährung hauptsächlich aus unverarbeiteten Lebensmitteln oder aus stark verarbeiteten, salzigen Speisen besteht.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol und eine bewusste Ernährung, die reich an Proteinen und unverarbeiteten Lebensmitteln ist, können helfen, die unerwünschten Folgen des Protein-Lockvogel-Effekts zu vermeiden. Denn die nächste Pizza nach dem Wein könnte nicht nur den Geschmack treffen, sondern auch die Waage belasten.
