Sgs essen schlägt bremen und fliegt ins halbfinale – jetzt winkt der klassenretter gegen bayern

Die SGS Essen hat den Befreiungsschlag geschafft. Ella Toulons Tor zum 1:0 gegen Werder Bremen war mehr als ein Pokaltreffer – es war die Zündung, die der Tabellenletzten der Frauen-Bundesliga die Lebensversicherung für den Abstiegskampf geben könnte.

Heleen jaques nach 1:0-sieg: „die mädels haben endlich ihre reife gezeigt“

Trainerin Heleen Jaques schaute noch mit glasigen Augen ins WDR-Mikrofon. „Ich bin völlig aufgedreht“, sagte die 37-jährige Belgierin, „Schlaf war gestern Fehlanzeige.“ Der erste Sieg seit ihrer Amtsübernahme im Januar schmeckt nach mehr als nur Pokal-Luft: Er schmeckt nach Glauben, den sich Essen in der Liga wieder abraufen muss.

Die Statistik war vor dem Viertelfinale gnadenlos: kein Pflichtspiel-Sieg 2026, nur zwei Punkte aus den letzten sieben Liga-Partien, das Heimspiel gegen Hoffenheim am Sonntag schon als Endspiel deklariert. Dann kam Bremen, Tabellen-Sechster, mit drei Siegen im Rücken. Was folgte, war kein Defensiv-Coup, sondern ein Selbstbewusstsein-Stück. Nach Toulons Führung drückte Essen weiter, ließ den Ball laufen, zog das Tempo. „Wir haben nicht nur verteidigt, wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können“, sagte Jaques.

Auslosungs-panne lässt bayern-kracher aufkommen

Auslosungs-panne lässt bayern-kracher aufkommen

Die Spielerinnen saßen im Kreis, als der DFB die Halbfinale zog. Erst flog ein Ball zurück in die Lostrommel, dann landete Essen beim Rekordmeister. „Die Jungs haben geflucht, die Mädels geschluckt“, erzählt Jaques. „Aber wenn du Halbfinale spielst, willst du den Titel. Und dafür musst du Bayern schlagen – egal wann.“ Am 4. April in München wird die SGS versuchen, den nächsten Riesen zu stolpern.

Für die Liga bleibt der unmittelbare Druck. Mit 8 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz tickt die Uhr. „Unsere DNA heißt Malochen“, sagt Jaques. „Wenn wir diesen Spirit mitnehmen, können wir auch in Hoffenheim den Dreier holen.“ Die Spielerinnen bekamen frei bis Freitag, dann geht’s in die Vorbereitung. Der Pokal war der erste Schritt, die Rechnung folgt am Sonntag.

Die Fans feierten bis in die Nacht an der Hafenstraße, doch die Mannschaft ist schon wieder im Modus Überleben. In der Kabine hängt ein handgeschriebenes Schild: „Erst Kampf, dann Kaffee.“ Kein Slogan, sondern Programm. Bayern kommt später – zuerst muss Hoffenheim fallen.