Aue stolpert erneut: rot-weiss essen entzaubert die veilchen

Die Veilchen wollten den Befreiungsschlag, doch am Samstag in Essen schlug ihnen die Realität entgegen. Erzgebirge Aue kassierte die fünfte Pleite in Serie und rutschelt mit nur noch 22 Punkten auf den Relegationsplatz.

Die ersten 30 minuten als albtraum

Was Aue-Coach Christoph Dabrowski da mitbekam, war ein Déjà-vu in Rot-Weiß: Torben Müsel kullerte seine Hacke zum 1:0 (28.), Niklas Hofmann nagelte den Ball aus 22 Metern in den Winkel (32.) und Jan Janssen stocherte das 3:0 nach (37.). Drei Gegentore, drei individuelle Blackouts – die Defensive wirkte wie vom Winde verweht.

Die Gäste aus dem Erzgebirge hatten zwar 62 % Ballbesitz, doch bis zum Seitenwechsel zählte nur das Ergebnis. Den Anschlusstreffer markierte Maximilian Ehlers kurz vor dem Pausenpfiff – ein Kopfball, der Hoffnung schürte und Statistiken nicht trügt.

Aue dreht auf, mizuta sticht zu

Aue dreht auf, mizuta sticht zu

Nach dem Wechsel ein anderes Bild: Aue presste früher, Rot-Weiss wirkte plötzlich nervös. Tim Baer köpfte das 2:3 (61.), Sekunden später scheiterte Julian Günther-Schmidt am Aluminium. Das Stadion hielt den Atem an – 17.000 Zuschauer spürten das mögliche 3:3.

Doch der Aufstiegskandidat aus Essen blieb eiskalt. Ein Konter, eine Öffnung, ein Abschluss: Shinta Mizuta schob in der 82. Minute zum 4:2 ein. Die Veilchen liefen an, aber sie liefen gegen die Uhr – und verloren.

Tabellenblick: abstiegskampf wird zur nagelprobe

Tabellenblick: abstiegskampf wird zur nagelprobe

Mit nur einem Punkt aus den letzten fünf Partien schrumpft der Vorsprung auf den Relegationsrang. Die Tabelle lügt nicht: Aue steht auf Rang 17, neun Punkte trennen das Team vom rettenden Ufer. Die Auswärtsbilanz seit Jahresbeginn: fünf Spiele, fünf Niederlagen, 4:14 Tore.

Die Veilchen müssen nun am Freitag gegen Aufsteiger SV Sandhausen liefern, sonst droht der Abstieg in die Regionalliga – ein Schreckensszenario, das sich immer realer zeichnet.

Die Saison ist nicht mehr zu retten mit halben Sachen. Dabrowski sprach von „kleinen Schritten“, doch die Uhr tickt laut. Wer nicht gewinnt, der muss runter – das ist die simple Fußball-Mathematik, die Aue gerade nicht aufgeht.