Rwe schießt aue ab und springt auf aufstiegsplatz drei
Rot-Weiss Essen hat die 3. Liga am Samstag mit einem Schlag verändert: 4:2 gegen Erzgebirge Aue, Platz drei, 29 000 Fans, eine Gänsehaut zweiten Halbzeit. Die Koschinat-Elf schoss das Abstiegsgespenst aus Sachsen binnen 37 Minuten ab – und kassierte prompt zwei Gegentreffer, die die Nerven blank werden ließen.
Torben Müsel war’s, der in der 28. Minute mit der Hacke traf, als hätte er die Szene zuvor choreografiert. Jannik Hofmann jagte drei Minuten später aus 30 Metern den Ball ins linke Kreuzeck – ein Tor, das in den Twitter-Threads schon jetzt als „Kandidat für den Bogenlampe des Jahres“ gilt. Marek Janssen komplettierte mit seinem 13. Saisontreffer den Blitzstart, ehe Jannic Ehlers in der Nachspielzeit der ersten Hälfte verkürzte und die Kabinentür zum Brodeln brachte.
Ein torwart kehrt zurück – und rettet den sieg
Der 1:3-Pausenstand war für Christoph Dabrowski halbwegs erträglich, für Christian Neidhart ein Warnschuss. Der RWE-Coach hatte erstmals seit Wochen wieder Jacob Golz zwischen den Pfosten, und der Schlussmann erwies sich als Glücksgriff: In der 73. Minute wehrte er einen Kopfball von Julian Günther-Schmidt ab, den der Auer Stürmer anschließend nur an den Pfosten setzte. Hätte der Ball reingegangen, wäre der Aufstiegszug erneut ins Wanken geraten.
Die Entscheidung fiel stattdessen auf der Gegenseite: Kaitu Mizuta nutzte einen Konter, nachdem Dickson Abiama die Auer Abwehr mit einem einzigen Pass auseinander nahm. Mizuta ließ sich die Chance nicht nehmen und versenkte aus 14 Metern zum 4:2. Die Hafenkurve tobte, die Gäste kassierten ihr 17. Auswärtsspiel ohne Sieg.

Der blick nach vorn: köln wartet
Mit 54 Punkten liegt RWE jetzt einen Zähler hinter Energie Cottbus, zwei vor MSV Duisburg, der zeitgleich in Rostock verlor. Die Tordifferenz (+17) ist die beste der Liga, die Moral ebenfalls. „Wir haben gelernt, auch nach Rückschlägen nicht zu zittern“, sagte Neidhart nach Abpfiff. Am Sonntag geht’s zum NRW-Duell nach Köln – Viktoria, Tabellenvierter, drei Punkte Rückstand. Ein Sieg dort, und Rot-Weiss Essen könnte vor dem internationalen Länderspielpause-Sprint sogar Platz zwei übernehmen.
Die Faszination des Sports liegt in solchen Nachmittagen: Ein Stadion, das bebt, ein Team, das trifft, eine Stadt, die endlich wieder vom Aufstieg träumt. Die 3. Liga ist kein Schaulaufen mehr – sie ist ein Krimi mit offenem Ende. Und RWE hat gerade die Hand am Hebel.
