Sgs essen kratzt am abgrund: 1:2 in bremen lässt den keller offen
Essen ist noch nicht gestürzt, aber die Finger krallen sich bereits am Rand des Abstiegslochs fest. Die 1:2-Auswärtsniederlage bei Werder Bremen am Sonntag war kein Schicksal, sondern eine kalte Dusche nach 90 Minuten, in denen die SGS alles richtig machte – bis auf das Wichtige.
Die momente, die alles versiegelten
Mara Alber lässt Maike Berentzen stehen, wie man eine Tür zuklappt. 55. Minute, ein Dribbling im Sechzehner, ein Schlenzer ins lange Eck. Sieben Minuten später steht Lina Hausicke völlig blank am zweiten Pfosten, köpft ein, als wäre sie allein auf dem Trainingsplatz. Zwischen diesen beiden Treffern liegt ein Blackout der Essener Innenverteidigung, keiner schreift, keiner greift durch. Die 2:0-Führung für Bremen ist nicht verdient, aber auch nicht zufällig.
Ramona Maier verkürzt mit einem Kopfball, der genauso unbedrängt ist wie Hausickes Tor – nur auf der anderen Seite. 65. Minute, 1:2, noch 25 Minuten Zeit. Doch die SGS verpasst es, den Druck zu erhöhen. Stattdessen wirkt das Team, als hätte es die eigene Energie bereits in der ersten Halbzeit verbraucht, wo es Werder akribisch neutralisierte, aber selbst keine Lücke fand.

Tabellenrealität: punktgleich mit jena, torverhältnis wie ein schrei
Mit 13 Punkten aus 18 Spielen steht Essen auf dem vorletzten Rang. Der Abstand zum sicheren Nichtabstiegsplatz beträgt fünf Punkte, das Torverhältnis ist mit 12:29 das zweitschlechteste der Liga. Die Zahlen sind keine Warnung mehr, sie sind ein Surren im Hintergrund, das immer lauter wird. Werder hingegen springt vorläufig auf Platz vier, doch selbst die Bremerinnen wirkten nach dem Schlusspfiff erstaunt darüber, wie leicht sie die Oberhand behielten.
Die SGS muss nun vier Wochen warten, bis sie den nächsten Anlauf nehmen kann. Am 26. April kommt Carl Zeiss Jena in den Stadionpark – ein direktes Duell der Verlierer, ein Sechs-Punkte-Spiel, das schon im April wie ein Finale riecht. Bis dahin bleibt den Essenerinnen nur die halbwegs trostlose Erkenntnis: Sie haben sich nicht geschlagen gegeben, aber auch nicht gewonnen, was zu gewinnen war.
