Essen am abgrund: systemabsturz und zukunft des coachs in frage?

Rot-Weiss Essen steckt in einer Krise, die selbst hartgesottene Fußballfans Kopfschütteln lässt. Nach dem jüngsten 1:6 gegen den VfB Stuttgart II stehen die Zeichen für die Aufstiegsambitionen düster – und die Fragen nach der Zukunft des Klubs werden lauter.

Der absturz in stuttgart: mehr als nur eine niederlage

Was die Rot-Weißen in den letzten Wochen gezeigt haben, grenzt an ein Déjà-vu des Grauens. Drei Niederlagen in Folge, und das gegen vermeintlich schwächere Gegner, lassen die Verantwortlichen sprachlos zurück. Trainer Uwe Koschinat rang nach dem Spiel bei MagentaSport um Worte: „Es ist ein Rätsel, warum wir teilweise wirklich auseinandergefallen sind.“ Ein vernichtendes Urteil, das die Verzweiflung im Team widerspiegelt.

Die Fans, die trotz der Klatsche ihre Mannschaft lautstark unterstützten, zeigten eine bemerkenswerte Loyalität. Doch auch sie müssen sich fragen, wie es so weit kommen konnte. Der Verein, der vor wenigen Spieltagen noch auf dem Weg in die 2. Bundesliga schien, hat in den letzten Spielen die Kontrolle über das Spiel komplett verloren.

„Von der ersten bis zur letzten Minute war es von eins bis elf heute deutlich zu wenig“, so Marcus Steegmann, Direktor Profifußball bei RWE, in einer selten offenen Einschätzung. Es ist ein Weckruf, den es ernst zu nehmen gilt. Der Reset-Knopf muss jetzt gedrückt werden, um den hart erkämpften Aufstieg nicht zu verspielen.

Der bruch im spiel gegen cottbus – der wendepunkt?

Der bruch im spiel gegen cottbus – der wendepunkt?

Der Wendepunkt kam im direkten Duell gegen Cottbus. Ein 3:5, trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung, riss das Team scheinbar aus seiner bisherigen Spur. Es folgte die überraschende Niederlage gegen die bereits dem Abstieg entgegengehenden Saarbrücker, und nun der Debakel gegen den VfB Stuttgart II. Die Aufstiegshoffnungen schrumpfen dahin.

Die Frage, ob Trainer Koschinat die Kurve noch kriegen kann, wird nun lauter. Steegmann wies diese Frage zwar zurück und betonte die bisherige Erfolgsbilanz – sieben Siege in Folge und 64 Punkte in einer „fantastischen Saison“ – doch die Zeichen stehen auf Veränderung.

„Ich glaube, es geht jetzt darum, Spieler zu finden, die mit der Situation leichter umgehen können“, so Koschinat, der sich damit offen nach neuen Führungsfiguren im Team erkundigt.

Die fans stehen fest – können die spieler mithalten?

Die fans stehen fest – können die spieler mithalten?

Die Szene, wie die Fans nach dem Spiel den Spielern Mut zusprachen, war ein Zeichen der Solidarität. Nach so einer Niederlage ist das nicht selbstverständlich. Doch die vergangenen 19 Jahre ohne Zweitligafußball sind lang – und die Geduld der Fans hat Grenzen.

Am kommenden Samstag steht das Duell gegen den SC Verl an, ein weiteres Team mit Aufstiegshoffnungen. Es könnte die letzte Chance für Essen sein, den Aufstiegskampf wieder in die eigene Hand zu nehmen. Steegmann verspricht ein anderes Gesicht: „Am Samstag werden wir ein anderes Gesicht von Rot-Weiss Essen sehen.“ Ob diese Worte Trost spenden oder leere Versprechungen bleiben, wird sich zeigen.

Die Wahrheit ist: Rot-Weiss Essen steht am Scheideweg. Ob das Team die nötige mentale Stärke besitzt, um die Krise zu überwinden und den Aufstieg noch zu realisieren, bleibt abzuwarten. Die Uhr tickt.