Kalorienzählen: mehr schein als sein? ernährungsexperte warnt!

Wer abnehmen oder gesünder Essen möchte, greift oft zum Kalorienzähler. Doch ist diese Praxis wirklich hilfreich im Alltag? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es auch andere Wege gibt, um die Ernährung in den Griff zu bekommen – und warum eine Besessenheit mit Zahlen kontraproduktiv sein kann.

Die trügerische sicherheit der zahlen

Die meisten Menschen unterschätzen den Kaloriengehalt ihrer Mahlzeiten erheblich. Romina Cervigni, Biologin und Ernährungsexpertin, erklärt: „Ein doppelter Hamburger wird oft mit 200 oder 300 Kalorien angegeben, tatsächlich sind es aber 500! Ähnlich verhält es sich mit Pommes Frites, für die wir häufig nur 100 Kalorien kalkulieren, obwohl sie fast 300 enthalten.“ Diese Diskrepanz kann dazu führen, dass man sich selbst täuscht und denkt, man lebe gesünder, als es tatsächlich der Fall ist. Die Folge: Trotz Sport und vermeintlich bewusster Ernährung bleibt der Erfolg aus.

Es ist ein Teufelskreis. Wer sich auf reine Kalorienzahlen versteift, vergisst oft die Qualität der Lebensmittel. Ein Apfel und ein Stück Schokolade können beide 200 Kalorien haben, aber ihre Wirkung auf den Körper ist natürlich völlig unterschiedlich.

Mehr als nur eine zahl: die bedeutung der qualität

Mehr als nur eine zahl: die bedeutung der qualität

„Es kommt auch auf die Qualität dessen an, was wir Essen, und auf die Fähigkeit an, diese Gewohnheiten langfristig beizubehalten“, mahnt Cervigni. Eine ausgewogene Ernährung sollte vielfältig sein, frisches Obst und Gemüse enthalten und auf eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen achten. Das regelmäßige Auslassen von Mahlzeiten oder ein zu starker Verzicht auf Genussmomente kann zudem den Stoffwechsel negativ beeinflussen und Heißhungerattacken auslösen.

Doch was tun? Der Schlüssel liegt darin, sich bewusst zu machen, wie viel man tatsächlich isst und welche Kalorienquellen im Alltag lauern. Eine gelegentliche Kontrolle kann durchaus hilfreich sein, um ein besseres Gefühl für Portionen zu bekommen. Aber: Die tägliche Zählerei sollte vermieden werden.

Stattdessen sollten wir uns auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung konzentrieren, die uns Freude bereitet. Ein kleiner Genuss hier und da ist absolut erlaubt – ein Stück Kuchen, ein Glas Wein mit Freunden, eine Pizza im Kreise der Familie. Solange wir im Großen und Ganzen auf eine ausgewogene Ernährung achten, können wir uns auch mal etwas gönnen, ohne sofort ein schlechtes Gewissen zu haben.

Und wer seinen Körper dabei unterstützen möchte, Fett zu verbrennen und Muskeln aufzubauen, sollte zusätzlich auf regelmäßige Bewegung nicht verzichten. Denn eine Kombination aus gesunder Ernährung und sportlicher Aktivität ist der beste Weg zu einem fitten und vitalen Körper.

Die Ernährungsexpertin fasst zusammen: „Vermeiden Sie die Kalorienzählerei zur Gewohnheit werden zu lassen. Es geht darum, ein bewussteres Verhältnis zum Essen zu entwickeln – und dabei den Genuss nicht zu vergessen.“