Enzo alves jagt mit 16 jahren den traum von real – sein triple packt den gegner in 34 minuten
Im Estadio Alfredo Di Stéfano schlug 16-jähriger Stürmer Enzo Alves innerhalb von 34 Minuten dreimal ein. Das Ergebnis: 9:1 für Real Madrids Juvenil A gegen Diocesano, ein Debakel, das den Gästen die Luft raubte und den Spaniern die nächste Talentsensation liefert.
Ein vater, ein sohn und ein stift
Knapp zehn Wochen ist es her, dass Enzo gemeinsam mit seinen Eltern in Valdebebas den ersten Profivertrag unterschrieb. Seit 2017 turnt er durch La Fábrica, doch diesmal steckte kein Kinderausweis im Portemonnaie, sondern ein Konvolut voller Klauseln, die ihn an die Königlichen binden. Die Ablöse soll bei 30 Millionen Euro liegen, für einen Jugendlichen eine Hausnummer, die Madrids Scoutingscheune inzwischen als günstig empfindet.
Die Partie begann holprig. Diocesano ging früh mit 1:0 in Führung, doch dann drehte Carlos Díez am linken Flügel auf, legte nach einem Tunnel quer und fand Alves, der den Ball mit der ersten Berührung versenkte. Der Treffer fiel in der 55. Minute – Startpunkt für eine Jagd, wie sie das weiße Shirt seit Raul-Gestalten nicht mehr gesehen hat.

Mäuse im strafraum statt zaubertricks
Alves’ zweiter und dritter Streich waren keine Distanzschläge, keine Fallrückzieher. Er agierte wie ein Strafraumhund, schnappte sich Abpraller, setzte sich vor dem Torwart durch und knallte den Ball aus fünf Metern unter die Latte. 77. und 89. Minute – zwischen beiden Toren lag kaum mehr Zeit, als ein Flugzeug braucht, um Valdebebas zu überqueren.
Die Zahlen sind schon jetzt ein Spiegel seiner Spielweise: fünf Ballkontakte, drei Tore, 100 % Verwertung. Kein Schuss ging daneben, kein Zweikampf verloren. Für die Statistiker ein Kuriosum, für seine Mitspieler Alltag.
Der schalker vergleich nagt
Deutsche Klubs schauen neidisch. In der Bundesliga schafften in dieser Saison erst zwei Spieler unter 18 Jahre mehr als ein Tor – beide kamen vom FC Bayern. Doch sie brauchten zusammengerechnet 1.137 Minuten. Alves benötigte 34.
Real Madrid wird ihn vorerst nicht hochziehen. Ancelotti verlangt 1.000 Minuten in der Segunda Federación, ehe ein Juvenil-Stürmer den Sprung ins Trainingszentrum der Profis wagt. Die Devise lautet: keine Hektik, aber auch keine Bremse. Derzeit spielt Alves mit der U17-Nationalmannschaft, doch der Ruf der absoluten Auswahl rückt näher. Der Verband wartet nur auf das nächste Spektakel.
Was folgt, ist kein Märchen, sondern Mathematik. Wenn Alves diese Torfrequenz über eine ganze Saison hält, landet er bei 57 Treffern – mehr als Raul in seiner kompletten Jugendzeit. Die Frage ist nicht, ob er mal für die Profis aufläuft, sondern wie lange Madrid ihn noch vor den Augen der Öffentlichkeit verstecken kann.
Der Gegner am Sonntag heißt Rayo Vallecano B. Die Abwehr kann sich schon mal warm anziehen – oder besser gleich ausziehen, damit sie beim Nachschauen der Videos gewappnet ist. Für Enzo Alves tickt die Stoppuhr. Und die Uhr schlägt nie, sie schießt.
