Bayern-frauen schieben wolfsburg mit 2:0 bei nürnberg auf 14-punkte-kurs
Der FC Bayern hat
die nächste Meisterschafts-Mauer eingeweiht. Vor 3.800 Zuschauern im Regen von Nürnberg gewannen die Münchnerinnen 2:0 – und schoben den VfL Wolfsburg damit auf Distanz, die schon nach Siegen riecht: 14 Punkte Vorsprung, fünf Spieltage, ein Bein vor dem vierten Titel in Folge.Trainer José Barcala rotierte auf sieben Positionen, ließ Pernille Harder erst mal Däumchen drehen und schonte Maria Luisa Grohs im Tor. Die Folge: 45 Minuten Stockflamme, dann ein Standard, ein Abstauber, Edna Imade trifft. 34 Minuten später legt dieselbe Imade auf Natalia Padilla-Bidas auf, 2:0, erledigt. Nürnberg hatte nicht mal eine Antwort auf die Frage, warum sie überhaupt mitspielen durfte.
Rotation statt roulette – barcalas plan geht auf
Die Zahlen sind schon jetzt ein Gedicht: 20 Siege in 21 Partien, 71:7 Tore, eine Defensive, die selten mehr als einen Schluck Bier braucht, um sauber zu bleiben. Die einzige Überraschung an diesem Samstag war, dass die Bayern nicht schon zur Pause feierten. Dafür aber: keine neuen Verletzten, keine Gelb-Sperre, keine Nerven vor dem Rückspiel gegen Manchester United am Mittwoch.
Barcala nahm die Punktausbeute mit dem Gesicht eines Mannes, der eben seinen Gehaltszettel eingesteckt hat: zufrieden, aber nicht satt. „Wir haben Kräfte gespart und trotzdem dominiert“, sagte er. „Mehr geht nicht.“ In der Kabine wurde trotzdem gejubelt – nicht wegen des Titels, sondern weil Lina Magull nach Kreuzband-Operation wieder auf dem Platz stand. Ein kleiner Nebenplot, der in Wolfsburg für kalte Schauer sorgt.
Die Wahrheit liegt in der Tabelle: Selbst wenn Wolfsburg am Sonntag gegen Union Berlin gewinnt, bleiben 11 Punkte Luft. Die Bayern müssten sich selbst mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden noch strecken, um den Pokal abzugeben. Kein Szenario, das auch nur annähernd realistisch wirkt.

Champions league ruft – united wartet mit offener rechnung
Das 3:2 im Hinspiel war ein Schlag ins Gesicht der Engländerinnen, aber kein K.-o. Old Trafford wird kochen, und Barcala wird seine Erste-Wahl-Elf aufbieten. Die Frage ist nicht, ob die Bayern ins Halbfinale einziehen, sondern wie viele Kräfte sie dabei verlieren. Denn danach winkt der Pokal – und die nächste Meister-Party.
Die Nürnbergerinnen verlassen das Feld mit dem Gefühl, gegen eine Maschine gespielt zu haben, die noch dazu nett lächelt. Sie bleiben Zehnte, sechs Punkte über dem Abstiegsplatz. Für sie zählt jetzt nur der Klassenerhalt. Für die Bayern zählt nur der Doppel. Die Liga ist gelaufen, Europa noch offen – und die Münchenerinnen laufen bereits in Richtung nächste Trophäe.
