Enrique zieht die notbremse: psg-coach fürchtet chelsea-comeback

5:2 hin, alles klar? Von wegen. Luis Enrique spült den Champagner weg und serviert bittere Pille: „Ein Vorsprung kann in einer Sekunde weg sein.“

La remontada als lebenslüge

Der Spanier weiß, wovon er redet. 2017 saß er selbst auf der Bank, als Barcelona gegen PSG noch 0:4 unterlag und dann 6:1 gewann – Sergi Roberto schoss in der fünften Minute der Nachspielzeit das Tor des Jahrhunderts. Damals war er der Sieger, heute der potenzielle Verlierer. „Ich habe die Schockstarre in den Gesichtern der PSG-Spieler gesehen. Ich will das nie wieder erleben – jetzt auf der anderen Seite“, sagt er leise, fast flüsternd.

Die Zahlen sprechen gegen das Selbstvertrauen: In den letzten zehn Jahren scheiterten nur drei Teams trotz drei-Tore-Vorsprung im Achtelfinale. Aber alle drei Male war der Gegner englisch. Chelsea braucht also nur ein 3:0, um die Katastomauslosung zu erzwingen. „Die haben nichts mehr zu verlieren, deshalb sind sie gefährlich“, warnt Enrique. Die Blues haben in Stammbord die erste Elf verloren, dafür aber die letzte Rest Hoffnung gewonnen.

Dembelé will den körer schließen

Dembelé will den körer schließen

Ousmane Dembelé lacht nicht. Vor einem Jahr pfiff er im Villa Park noch fröhlich vor sich hin, als PSG trotz 3:1-Hinspiel nur mit 2:3 gewann und fast ausgeschieden wäre. „Ich kenne meinen Körper besser“, sagt er nüchtern. Die 100-Prozent-Version des Franzosen ist gefragt, denn seine Champions-League-Bilanz liest sich wie ein Arbeitsunfall: zwei Treffer, eine Vorlage in dieser Saison. Enrique braucht aber keine Statistik, er braucht einen Retter.

Die Personalie Kvaratskhelia wirft Schatten. Der Georgier wurde gegen Chelsea zum Matchwinner, traf doppelt, legte auf. Doch Desiré Doué lief von Beginn an und bereitete das 2:1 vor. Enrique hat keine Lust auf ein Luxusproblem, er hat ein Luxus-Dilemma. „Ich werde morgen entscheiden, wer startet. Beide haben mir gezeigt, dass sie bereit sind“, sagt er und verschließt sich weiteren Fragen.

London brennt, die Stamford Bridge wird kochen. PSG reist mit dem Flugzeug der Vorsicht an – und mit dem Gedanken, dass ein einziger Fehler reicht, um eine Saison zu versenken. Enrique schließt seine Mappe, blickt in die Runde: „Wir fliegen nicht zur Feier, wir fliegen zum Überleben.“ Der Countdown läuft. 90 Minuten trennen das Team vom Traum oder vom Albtraum. Die Kugel liegt im Kasten, das Spiel beginnt erst jetzt.