Enbl-finalturnier in weißenfels: dbb-chef brenscheidt schäumt vor wut!

Der Syntainics MBC steht im Rampenlicht – allerdings nicht im positiven Sinne. Der Pokalfinalturnier der European North Basketball League (ENBL), das in Weißenfels stattfindet, sorgt für massive Verstimmungen beim Deutschen Basketball Bund (DBB). Ein Deal, der offenbar ohne Rücksprache zustande kam und nun für diplomatischen Schaden sorgt.

Dbb: enbl ist eine “liga ohne jede legitimation”

Wolfgang Brenscheidt, Generalsekretär des DBB, hält die ENBL für eine Farce. In einem deutlichen Statement wird er zitiert: “Die sogenannte ENBL ist eine Liga ohne jede Legitimation seitens der Basketball-Verbandes FIBA Europe und eine Liga ohne jede Relevanz.” Die FIBA Europe hat die Liga bereits mehrfach zur Stellungnahme aufgefordert, ohne jedoch eine zufriedenstellende Antwort zu erhalten. Im März 2025 wurde die ENBL offiziell nicht anerkannt – ein Fakt, der die Entscheidung des MBC, das Turnier in Weißenfels auszurichten, zusätzlich kompliziert.

Der Ärger beim DBB ist offensichtlich. “Wir haben dem MBC unsere Ablehnung der ENBL mitgeteilt und sind jetzt sehr verärgert, dass dieses Finalturnier in Weißenfels stattfinden soll”, so Brenscheidt. Er betont, dass die ENBL keine Standards einhält und der DBB keinerlei Unterstützung für die Veranstaltung gewährt. Ein Schlag ins Gesicht für den deutschen Basketballverband.

Mbc: ausrichtung auf eigene kosten – und ohne kommunikation

Mbc: ausrichtung auf eigene kosten – und ohne kommunikation

MBC-Geschäftsführer Martin Geissler verteidigt die Ausrichtung des Turniers. Er lud den DBB sogar ein, sich von den angebotenen Standards zu überzeugen. Was ihn jedoch wirklich irritiert, ist der Mangel an Kommunikation. “Im Vorfeld gab es null Kontakt mit dem DBB über dieses Thema”, so Geissler. “Ich finde so eine Kommunikation gegenüber einem BBL-Club in erster Wahrnehmung irritierend. Zumal unsere Kontaktdaten bekannt sein sollten.” Es klingt, als ob der MBC im Regen gelassen wird, während er sich einen europäischen Pokaltriumph erkämpfen will – zum zweiten Mal nach 2004.

Die Konkurrenz ist groß. Am 22. April trifft der MBC im Halbfinale auf Manchester Basketball, den britischen Meisterschaftshalbfinalisten. Im anderen Halbfinale stehen sich Dziki Warszawa aus Polen und entweder CSO Voluntari (Rumänien) oder Riga Zelli (Lettland) gegenüber. Das Finale ist für den 23. April um 20 Uhr angesetzt. Die Frage ist, ob der DBB bis dahin seine Wut in konstruktive Kritik umwandeln kann, oder ob der MBC seine Ambitionen im europäischen Basketball alleine verfolgen muss.

Die Leistung des MBC wird hier nicht respektiert, so Geissler. Die Ironie liegt auf der Hand: Während der MBC versucht, den deutschen Basketball auf internationaler Ebene zu präsentieren, sieht er sich mit der Ablehnung seines eigenen Verbandes konfrontiert. Ein bitterer Geschmack für einen Verein, der sich mit Herz und Seele dem Sport verschrieben hat.