Enbl-finalturnier in weißenfels: dbb schäumt vor wut!

Der Syntainics MBC hat sich zum Gastgeber des diesjährigen Finalturniers der European North Basketball League (ENBL) aufgetrieben – und damit eine regelrechte Schlammschlacht mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB) ausgelöst. Während der MBC auf den zweiten Titelgewinn nach 2004 hofft, tobt im Hintergrund ein heftiger Streit um die Legitimität der Liga und die Standards, die offenbar völlig missachtet werden.

Der dbb: „eine liga ohne jede relevanz“

Wolfgang Brenscheidt, Generalsekretär des DBB, lässt keine Zweifel daran: „Die sogenannte ENBL ist eine Liga ohne jede Legitimation seitens der Basketball-Verbandes FIBA Europe und eine Liga ohne jede Relevanz.“ Der Verband hat die ENBL bereits mehrfach zur „Aufforderung zur Erklärung“ aufgefordert, ohne jedoch eine zufriedenstellende Antwort zu erhalten. Im März 2025 erklärte die FIBA Europe schließlich offiziell, dass sie die ENBL nicht anerkennt – ein Urteil, das den Ärger beim DBB noch weiter schürt.

„Wir haben dem MBC unsere Ablehnung der ENBL mitgeteilt und sind jetzt sehr verärgert, dass dieses Finalturnier in Weißenfels stattfindet“, so Brenscheidt unmissverständlich. Der DBB wirft der ENBL vor, keine Regularien und Standards einzuhalten und jegliche Unterstützung zu verweigern. Das Turnier wird somit komplett auf eigene Kosten vom MBC ausgerichtet.

Geisslers irritation: „kein kontakt mit dem dbb“

Geisslers irritation: „kein kontakt mit dem dbb“

MBC-Geschäftsführer Martin Geissler zeigt sich von der Reaktion des DBB überrascht und irritiert. „Ich lade den DBB gern ein, um sich von den Standards zu überzeugen“, entgegnet er der DPA. Besonders pikant: Es habe im Vorfeld „null Kontakt mit dem DBB über dieses Thema gegeben“, was er als äußerst merkwürdig empfindet. „Ich finde so eine Kommunikation gegenüber einem BBL-Club in erster Wahrnehmung irritierend. Zumal unsere Kontaktdaten bekannt sein sollten. Die Leistung des MBC wird hier nicht respektiert.“

Wer spielt wann?

Wer spielt wann?

Das von Kontroversen überschattete Finalturnier in Weißenfels beginnt am 22. April. Der MBC trifft im zweiten Halbfinale auf den britischen Meisterschaftshalbfinalisten Manchester Basketball. Im ersten Halbfinale stehen sich Dziki Warszawa aus Polen und entweder CSO Voluntari (Rumänien) oder Riga Zelli (Lettland) gegenüber. Das Finale ist für den 23. April um 20 Uhr angesetzt.

Die Frage bleibt, ob der MBC trotz des DBB-Protests und der fehlenden FIBA-Anerkennung einen weiteren europäischen Pokal in die vitrine stellen kann. Ein Titelgewinn wäre angesichts der Umstände ein deutliches Statement – und ein herber Schlag für den Deutschen Basketball Bund.