Embacher räumt in vikersund ab – prevc verspielt flug-thron
Stephan Embacher hat gesprungen, was in der Nacht niemand mehr für möglich hielt. 232 Meter in den norwegischen Sternenhimmel, dann 225 Meter gegen den Wind – damit schreibt der 22-jährige Österreicher sein erstes Kapitel im Skiflug-Weltcup und schickt Domen Prevc gleich mit in den Keller.
Der Slowene, sonst Unschlagbar auf den Kroaten-Inseln der Thermik, fand im Monsterbakken keinen Rhythmus. Fünfter Platz, keine Medaille, keine Krone. Die Flug-Gesamtwertung? Jetzt führt Embacher – mit nur noch zwei Springen bis Planica.
Wellinger und geiger fliegen unter dem radar
Andreas Wellinger lächelt trotzdem. Platz sieben, 227 Meter im ersten Durchgang, 219 Meter im Finale – das reicht, um sich einen Tag vor Ostern wieder wie ein Weltklassemann zu fühlen. „Unglaublich viel Spaß“, sagt er, und man glaubt ihm jedes Wort. Die Saison war holprig, die Rückenschmerzen chronisch, Vikersund wirkt wie ein Kompresse auf die Seele.
Karl Geiger springt 223 und 218 Meter, wird Neunter. Für ihn zählt die Statistik: erstmals seit 2022 wieder eine Top-Ten-Platzierung im Skiflugen. Beide Deutschen wissen, dass Planica ein anderes Kaliber wird. Aber sie fliegen wieder mit Anlauf statt mit Angst.

Windlotterie und last-minute-drama
Der Wind dreht sich nach Nordwest, die Jury verschiebt das Finale um 45 Minuten. Keiner der Top-Ten-Springer darf seinen Anlauf behalten. Pius Paschke packt die Koffer schon aus, weil 194,5 Meter zu kurz scheinen – dann rutscht Daniel Tschofenig nach rechts raus, Paschke rutscht ins Finale, fliegt 219 Meter und lacht sich schlapp. „Mehr Spaß als in der Quali, aber das Gelbe vom Ei war’s nicht“, sagt er. Typisch Skifliegen: Glück und Gleichmut sind Nachbarn auf der Thermikwelle.

Planica wartet mit rekord-appetit
Ab 27. März geht’s in den Slowenen-Alpen zur großen Schaulust. Vier Tage, vier Sprünge, 120 000 Tickets weg. Domen Prevc muss gewinnen, will er die kleine Flug-Krone retten. Embacher reicht ein einziger gutes Sprung, um Geschichte zu schreiben. Und die Deutschen? Wellinger schmunzelt: „Wir haben nichts zu verlieren – außer vielleicht ein paar Meter Weltrekord.“
