Gladbach schreibt geschichte: dfb-epokal geht erstmals an die fohlen
Lukas Wolff spielte, als wäre der Controller ein Verlängerung seines Körpers. 6:2 gegen Umut Gültekin, 12:7 nach zwei Partien gegen RBLZ Gaming – Borussia Mönchengladbach hat sich in Berlin die 35.000-Euro-Trophäe geholt und damit die eSport-Abteilung des Vereins in einer Nacht auf Weltniveau katapultiert.
Der tag, an dem wolff alles traf
Schon nach vier Minuten zappelte der Ball im Netz – ein Abpraller, ein Nachschuss, ein Aufschrei. Wolff hatte den ersten Treffer erzielt, doch das war nur die Ouvertüre. Bis zur 28. Minute stand es 3:0, Gültekin rutschte durch die Gegend, als hätte man ihm die Schuhe gewechselt. Die Leipziger Bank verstummte, die Gladbacher Anhänger im Stream schrieen sich die Lunge aus dem Leib.
Nach dem Seitenwechsel folgte die Trivela der Nacht: Wolff zirkelte den Ball mit dem Außenrist ins Kreuzeck – 4:0. Gültekin warf anschließend seinen Controller fast genauso hoch wie die vergebene Chance kurz zuvor. Der Anschlusstreffer kam zu spät, zwei Tore in Serie reichten nur, um die Niederlage auf 2:6 zu kaschieren.

Pütz und rieck liefern sich schlagabtausch auf höchstem niveau
Die zweite Begegnung galt als reine Formsache – bis Levy Finn Rieck aufwachte. Der amtierende Deutsche Meister traf nach 180 Sekunden zur Führung, doch Jannis Pütz antwortete mit einem Ballroll-Knaller ins rechte Eck. Was folgte, war ein Ping-Pong der Emotionen: Führung Rieck, Ausgleich Pütz, erneut Rieck, erneut Pütz.
Die 90. Minute plus 2 war dann die Szene des Jahres: Pütz schob in der Nachspielzeit den 7:6-Siegtreber ins leere Tor – und brach damit die Leipziger Hoffnung endgültig das Genick. Die Trophäe war noch nicht überreicht, da schon auf Twitch gefeiert wie nach einem echten Pokalendspiel im Borussia-Park.

Preisgeld und prestige – ein neues kapitel beginnt
35.000 Euro fließen auf das Konto der Fohlen, doch der symbolische Wert ist größer. Kein deutscher Klub hatte bisher eine so professionelle Struktur im FIFA-Bereich aufgebaut, ohne dabei in den Schatten des Profi-Kaders zu geraten. Sportdirektor Patrick Ploß stand nach dem Finale mit Tränen in den Augen da: „Wir haben bewiesen, dass Gladbach nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem Server zählt.“
Die Saison 2025/26 endet mit einem Pokal, doch die Planung für 2026/27 läuft schon. Intern wird über eine Expansion in Europa gesprochen, vielleicht sogar über eine eigene Arena für eSport-Events im Borussia-Park. Was gestern noch utopisch klang, ist heute nur noch eine Frage der Terminfindung.
Die Nacht gehört den Fohlen – und sie ist längst noch nicht vorbei.
