Elbflorenz zündet nächste stufe: aktas und sandin rücken fest in zweitliga-kader auf
Der HC Elbflorenz Dresden schiebt zwei heiße Eisen aus dem Ofen direkt ins Feuer: Kreisläufer Ediz Aktas und Torhüter Oliver Sandin erhalten ab Sommer 2026 echte Profiverträge – keine Leihgabe, kein Etikettenschwindel, sondern harte, zählbare Bundesliga-Luft.
Die Marschroute steht seit Jahren: Wer sich im Perspektivteam beweist, darf durch die offene Tür gehen. Bei Aktas und Sandin ist die Tür nicht nur offen – sie wurde aus den Angeln gehoben. Beide haben in der Regionalliga Mitteldeutschland Dämpfe gesetzt und parallel schon in der 2. Handball-Bundesliga Minuten gesammelt. Die Belohnung folgt auf dem Fuße: ein fixer Platz im Kader von Chefcoach Rico Göde.
Warum genau diese beiden?
Aktas, 21, tankte in Cottbus Power, schlug beim türkischen Junioren-Nationalteam auf sich auf und riss beim sächsischen Zweitligisten innerhalb von zwei Jahren 37 Torhüter aus dem Konzept. Sandin, ebenfalls 21, kam 2023 aus Helsinki, warf sich in jeder Trainingseinheit zwischen die Pfosten – und landete prompt im Kader der finnischen A-Nationalmannschaft. Zahlen? Sandin hält 34 % der Würfe, Aktas trifft im Schnitt alle 2,7 Angriffe. Kleine Samples, klar – aber mit großer Signalwirkung.
Göde formuliert es nüchtern: „Wir wollen Talente nicht horten, wir wollen sie brennen sehen.“ Der Verein stemmt sich damit gegen die gängige Zweitliga-Praxis, externe Leihgaben zu importieren. Stattdessen setzt Elbflorenz auf Eigenwuchs – und spart dabei locker sechsstellige Leihgebühren.

Der finanzfaktor im hinterzimmer
Kein Zweitligist kann sich in Zeiten von Sky-Geldern und schrumpfenden Zuschauerkapazitäten Luxusleihgaben leisten. Elbflorenz dreht die Preisschraube deshalb nach innen: Ein Perspektivvertrag kostet den Klub rund 60 000 Euro brutto pro Saison – ein Profikontrakt mit Leistungsprämien liegt bei etwa 120 000 Euro. Die Verdoppelung der Personalkosten wird durch Wegfall externer Leihspielergebühren und durch Sponsoringzusagen eines sächsischen Sportartikelherstellers kompensiert. Fazit: Die Kasse stimmt, die Planstelle auch.
Und die Jungs? Sie kassieren nicht nur Gehalt, sondern auch Sichtbarkeit. Aktas‘ Instagram-Followerzahl verfünffachte sich seit seinem Regionalliga-Debüt – ein Wert, den kein Statistikprogramm kleinrechnet. Sandins Fangquote wurde in finnischen Medien bereits mit den Leistungen von Niklas Landin verglichen. Hyperbel? Vielleicht. Wirkung? Riesig.

Der blick nach vorn ist kein schaulaufen mehr
2026 rückt die Qualifikation für die 3. Bundesliga-Oststaffel näher, sollte die Ligastruktur springen. Elbflorenz positioniert sich frühzeitig. Wer jetzt zwei junge Leistungsträger festverzinst, muss in zwei Jahren nicht mit teuren Notlösungen hausieren gehen. Göde nennt das „Vorsorge statt Nachsorge“ – ein Satz, der im Vorstand gut ankommt.
Kurz: Der Klub baut nicht bloß zwei Spieler auf, er baut eine Philosophie aus. Wer sich quält, wird belohnt – und nicht mehr weggeschickt. Das ist keine Marketing-Floskel, sondern ein Machtwort gegen Wegwerfmentalität. In Dresden steigt nicht nur die Temperatur im Sommer 2026, sondern auch der Druck auf die Konkurrenz. Elbflorenz spielt auf Vorlage – und trifft mitten ins Schwarze.
