Eisenach feuert manager witte – jennifer kettemann soll handball-revolution starten
Der ThSV Eisenach hat den Reset-Knopf gedrückt. René Witte ist nach acht Jahren raus, die Daikin-Bundesliga-Mannschaft sucht eine neue Führungskraft – und hat dabei offenbar Jennifer Kettemann im Visier. Die Ex-Löwen-Geschäftsführerin steht nach SPIEGEL-Informationen auf der engsten Kandidatenliste, Gespräche laufen bereits.
Wie ein wackelkandidat wurde witte zum sündenbock
Die Trennung kam „einvernehmlich“, heißt es im Offiziellen. Im Verein kursiert ein anderes Wort: Notwehr. Denn hinter den Kulissen brodelt es seit Monaten. Sponsoren zögern mit Zahlungen, die Lizenz für die kommende Saison steht auf wackligen Beinen, und die Spieler warten noch auf Teile ihrer Prämien aus dem Klassenerhalt. Witte soll die Kasse leerer hinterlassen als geduldet – und das in einer Zeit, in der jedes Budgetloch zum Abgrund wird.
Präsident Shpetim Alaj musste sich im MDR anhören, dass sein Klub „im Strukturwandel“ sei. Was wie ein Silicon-Valley-Buzzword klingt, ist im Thüringer Dialekt einfach nur: wir haben keine Kohle. Alaj redet sich heraus mit „kämpfen wie alle anderen auch“. Aber die Wahrheit ist: Eisenach kämpft näher am Abstieg in die Insolvenz als je zuvor.

Kettemann und hinze – das geheime duell der löwen-expats
Jetzt die Lösung: Jennifer Kettemann, 44, kennt die Liga, kennt die Zahlen, kennt die Männer. Bei den Rhein-Neckar Löwen baute sie ein Marketing-Department, das Sponsoren in Scharen lockte. Ihre Entlassung im Juli 2024 war keine Leistungsfrage – sondern ein Machtkampf mit dem neuen Investor. Seitdem sitzt sie bei einem Mannheimer Dax-Konzern im Teilzeit-Homeoffice und wartet auf das nächste Spielfeld.
Dass ausgerechnet Eisenach sie ruft, ist kein Zufall. Trainer Sebastian Hinze war ihr Chef in Mannheim, bevor er vor zwei Jahren an die Werra zog. Die beiden verbindet eine Mischung aus Zahlenfetisch und Handball-Romantik. Hinze schwor damals, „mit Jen würde ich an jeden stillen Ort der Welt gehen“. Nun liegt dieser Ort in Thüringen – und er ist alles andere als still.
Die Rechnung der Vereinsbosse: Kettemann bringt Kontakte, Kontakte bringen Geld, Geld bringt Ruhe. Ob sie anbeißt, entscheidet sich in den nächsten zehn Tagen. Ihre Bedingung lautet: volle Kontrolle über Budget und Personal. Kein halbes Kind, kein Gremiumsgewurschtel. Alaj will „neue Kräfte“, aber ob er einer Frau die Schlüssel zum Safe überreicht, die er selbst kaum kennt, ist offen.
Die Spieler haben bereits signalisiert: Wenn Kettemann kommt, bleiben sie. Ohne sie droht der Exodus. Dann wäre der Klassenerhalt nur noch ein Tropfen auf heißem Stein – und der ThSV Eisenach im Strukturwandel ohne Struktur.
