Eilenburg feuert rodewald – oswald muss den klassenerhalt zimmern

Kevin Rodewald durfte nach dem 5:1-Kantersieg gegen Meuselwitz noch jubeln, vier Tage später sitzt er auf dem Abstellgleis. Der FC Eilenburg trennte sich am Samstag mit sofortiger Wirkung von seinem Chefcoach, obwohl der 38-Jährige ohnehin zum Saisonende gehen sollte.

Die Entscheidung wirkt wie ein verzweifelter Schnellschuss: 18 Punkte aus 25 Spielen, Tabellenplatz 17, Abstiegszone – das reicht offenbar nicht mehr, um das letzte Quäntchen Geduld aufzubringen. Die Muldestädter bedanken sich höflich, doch hinter den Kulissen brodelte es schon länger. Zwei Siege aus den letzten fünf Partien, darunter ein 2:1 gegen Traditionsklub Carl Zeiss Jena, konnten die Führung nicht mehr beruhigen.

Karsten oswald springt ein – und kennt die regionalliga wie seine westentasche

Karsten oswald springt ein – und kennt die regionalliga wie seine westentasche

Schon am Samstag in Zehlendorf wird der 50-Jährige auf der Bank sitzen. Oswald, der zuletzt Sachsenligist Lunzenau betreute, führte 2024 den VFC Plauen in die Regionalliga, wurde dort aber ein Jahr später entlassen. Als Spieler lief er für Sachsen Leipzig und Meuselwitz auf, kennt also jeden Rasen zwischen Elster und Neiße. Ob seine Erfahrung reicht, um die Eilenburger noch rechtzeitig aus dem Sinkflug zu ziehen, ist offen.

Die Restsaison verheißt ein Zitterspiel: noch neun Spieltage, drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, dazu ein Englische Woche-Programm, das keinen Verschnauf erlaubt. Oswald muss seine Mannschaft sofort auf Trab bringen, sonst droht der Abstieg in die Oberliga – und das in einer Saison, in der der Verein eigentlich den nächsten Schritt nach vorne machen wollte.

Rodewald, der zuvor die U23 von Hansa Rostock trainierte, verabschiedet sich mit 25 Pflichtspielen, 18 Punkten und dem unrühmlichen Beigeschmack, dass man ihm nicht einmal die Saison-Endspurt-Bank gönnte. Oswald übernimmt ein Pulverfass voller Nervosität – und die Mission, den einen Punkt zum Klassenerhalt irgendwo auf dem grünen Teppich zu klauen.