Fonseca packt aus: „alcaraz ist ein chamäleon, sinner ein terminator“
João Fonseca flog aus Miami, aber mit einem Schatz im Kopf. Innerhalb von 14 Tagen spielte sich der 19-jährige Brasilianer gegen die beiden besten Spieler des Planeten schlau – und er ist sich sicher: Carlos Alcaraz und Jannik Sinner sind aus unterschiedlichen Galaxien.
„Carlos kann alles: Topspin, Flat, Serve-and-Volley, Drop-Shot aus dem Stand. Er wechselt das Tempo wie ein DJ die Beats“, sagt Fonseca im Mixed-Zone-Fieber von Miami. „Jannik ist ein Roboter. Er feuert den Ball auf die gleiche Stelle, bis du erledigt bist. Perfekt, aber berechenbar.“
Die wissenschaft des scheiterns
In Indian Wells zwang er Sinner zweimal in den Tiebreak, kassierte trotzdem zwei Satzverluste à la 6:7. In Miami ging es gegen Alcaraz nur 4:6, 4:6 aus – und doch fühlte sich Fonseca wie nach einem Crashkurs an der Universität der Tennisgötter. „Ich weiß jetzt, warum sie Grand-Slam-Titel gewinnen und ich Platz 39 bin. Alcaraz bringt dich aus dem Takt, Sinner bringt dich aus der Puste.“
Die Zahlen sprechen für sich: Alcaraz schlug 28 Winner, wechselte sieben Mal die Geschwindigkeit seiner Rallye und ging 14 Mal ans Netz – in nur zwei Sätzen. Sinner dagegen traf 81 % seiner First-Serve-Returns auf dieselbe Ecke wie im Training. „Gegen Jannik zählst du die Schläge wie ein Metronom. Gegen Carlos zählst du die Sekunden, bis du wieder atmen kannst.“

Was fonseca mitnahm – und was nicht
Der brasilianische Teenager verließ den Court ohne Satzgewinn, aber mit einer klaren Roadmap. „Ich muss lernen, zwischen den Modi zu wechseln. Power gegen Sinner, Chaos gegen Alcaraz. Wer nur eins kann, wird nie Top Ten.“
Während Alcaraz nun auf Sebastian Korda trifft und Sinner sein Debüt in Florida gegen Damir Džumhur gibt, sitzt Fonseca im Flieger nach Belo Horizonte – und schaut die Matchaufzeichnungen im Loop. „Ich habe keine Angst mehr. Aber ich habe Respekt vor der Arbeit, die noch kommt.“
Die Next-Gen schreit nach dem Thron. Fonseca weiß jetzt: Wer zwei Könige schlagen will, muss zwei Schwerter schmieden. Er hat das erste Metall bereits im Gepäck.
