Eilenburg feuert rodewald nach 5:1-kantersieg – oswald muss nun retten
Karsten Oswald sitzt am Sonntag in Berlin auf der Bank, obwohl er eigentlich erst im Sommer nach Eilenburg kommen sollte. Der abstiegsbedrohte FC Eilenburg hatKevin Rodewald entlassen – neun Spieltage vor Saisonende, vier Tage nach einem 5:1 gegen Meuselwitz und mitten im Kampf um den Klassenerhalt.
Rodewald wollte klarheit schaffen – der verein handelte
Die Trennung kommt überraschend. Rodewald hatte Anfang März selbst verkündet, den Verein nach dieser Saison verlassen zu wollen. „Klarheit schafft Vertrauen“, sagte der 34-Jährige damals. Diese Klarheit nutzte der Vorstand nun gegen ihn. Die Begründung: Fünf Punkte Rückstand auf Rang 15, ein Restprogramm mit Duellen gegen direkte Konkurrenten – und die Angst, die Saison wie 2023/24 auf dem letzten Platz zu beenden.
Oswald kennt die Regionalliga Nordost. Der 50-Jährige coachte Meuselwitz sieben Jahre lang, schaffte mit dem ZFC 2019 den Aufstieg, und arbeitete zuletzt bis März 2025 in Plauen. Sein Start in Eilenburg ist rau: Sonntag, 14 Uhr, Platz 17 gegen Platz 18 – Hertha Zehlendorf wartet mit nur zwei Zählern weniger. Wer verliert, rutscht auf die Abstiegsränge, vielleicht endgültig.

Die logik des vorstands: notbremse statt kontinuität
Die Mannschaft hatte sich auf Rodewald eingestellt. Nach dem 5:1 sprach der Kapitän von „Befreiung“, die Defensive hatte nur noch drei Gegentore in den letzten drei Partien kassiert. Doch die Tabelle lügt nicht: seit Februar nur ein Sieg, dazu die 0:6-Pleite in Babelsberg. Der Klub fürchtet, dass die Moral erlahmt, sobald die ersten Niederlagen folgen. Oswald soll mit seiner Erfahrung die 15 Punkte aus den letzten neun Spielen holen – mehr als Eilenburg in der Hinrunde überhaupt einfuhr.
Für Rodewald ist das Kapitel nach 76 Spielen und 30,3 Prozent Punktequote vorläufig beendet. Wohin seine Reise geht, bleibt offen. Oswald hat keine Zeit, sich einzuleben. Die Analyse von Zehlendorfs letzten Spielen liegt bereits auf seinem Schreibtisch, die Startelf wird er heute Abend benennen. Wenn er scheitert, droht dem FCE erstmals seit der Gründung der Regionalliga Nordost der Abstieg in die Oberliga. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.
