Ehe-torwart caglioni: vom italienischen fußball zur lkws – und einer verschwörungstheorie!
Nicholas Caglioni, einst ein vielversprechendes Torwarttalent in der italienischen Serie A, hat sein Leben komplett neu ausgerichtet. Statt Paraden auf dem Rasen steuert er heute LKWs durch Italien und Europa – eine Entscheidung, die tiefere Gründe hat und mit einer umstrittenen Dopingkontrolle aus der Vergangenheit verbunden ist.
Ein abruptes ende und ein leben ohne fußball
Für viele Fußballer ist der Abschied vom Platz ein schmerzhafter Prozess. Doch Caglioni (43) scheint diesen Schmerz hinter sich gelassen zu haben. „Es ekelt mich an, ich bin fertig mit dem Fußball“, gestand er der „Gazzetta dello Sport“. Er schaue sich nicht einmal mehr Spiele an und habe das Leben eines Profis, wie er es einst kannte, satt. Die Eskalation kam ihm in Salò in der Serie C klar: „Videoanalysen, Diätassistent, Ernährungsberater, Psychologe. Es kam mir vor wie in einer Klinik.“

Die dopingkontrolle und der bruch mit der vergangenheit
Ein entscheidender Wendepunkt in Caglionis Karriere war die zweijährige Sperre im Jahr 2007 wegen angeblichen Kokainbesitzes. Eine Anschuldigung, die er bis heute vehement bestreitet. „Ich habe Kokain nie angerührt“, beteuert er. Was geschah also wirklich?
Caglioni vermutet eine gezielte Intrige. „Vielleicht bin ich jemandem auf die Nerven gegangen“, mutmaßt er. Er spricht von einem „magischen“ Zeitpunkt, kurz nachdem er seinen Vertrag um drei Jahre verlängert hatte und stets offen seine Meinung sagte. Ob die Drogentests vertauscht wurden? Er lässt es offen, deutet aber auf Unregelmäßigkeiten hin: „Ich wurde vier Mal hintereinander gezogen. Seltsam, oder?“ Ein weiterer Vorwurf richtet sich gegen die Verantwortlichen: Eine Gegenprobe wurde nie angeordnet.
„Ich war mit Marco Storari im Zimmer. Er sagte, ich sei wie ein Bruder und würde so etwas niemals tun“, so Caglioni, der sich auf die Aussage eines Teamkollegen beruft. Er glaubt, dass er als Karrierekiller aussortiert wurde, um einen anderen, bekannteren Spieler zu schützen. Eine Verschwörungstheorie, die schwer zu widerlegen ist.

Ein neuer weg: der beruf seines vaters
Heute fährt Caglioni LKWs – nicht aus finanzieller Not, sondern aus persönlicher Überzeugung. „Das war der Beruf meines Vaters“, erklärt er. Nach der Corona-Pandemie machte er den Führerschein und begann mit der Arbeit. Er transportiert hauptsächlich Lebensmittel und findet im Fahren Entspannung. „Ich vermisse das Leben als Fußballer überhaupt nicht“, so der ehemalige Serie-A-Keeper.
Caglioni hat seinen Frieden mit der Vergangenheit geschlossen, auch wenn die Ungerechtigkeit der Dopingkontrolle ihn noch immer beschäftigt. Doch anstatt sich von Bitterkeit überwältigen zu lassen, hat er einen neuen Weg gefunden, um sein Leben zu gestalten. Eine Lektion, die uns alle daran erinnert, dass das Glück oft an unerwarteten Orten zu finden ist.
