Ginter: vom sofa in die wm? freiburg-held könnte nagelsmann überraschen!

Matthias Ginter steht im Zentrum einer höchst überraschenden Debatte: Kann der 32-jährige Innenverteidiger, gerade erst noch im Schatten, doch noch ein Ticket für die deutsche WM-Auswahl lösen? Während die Fans des SC Freiburg ihn nach dem Europa-League-Finale auf den Schultern tragen, schien Bundestrainer Julian Nagelsmann den Routinier lange Zeit zu übersehen – doch die Zahlen lügen nicht.

Die europa league als sprungbrett?

Die Wertschätzung für Ginter im Breisgau ist grenzenlos. Nach dem Einzug ins Europa-League-Finale wurde er zum Helden stilisiert. Doch abseits des südwestdeutschen Fußballs sieht die Lage anders aus. Nagelsmann schien den erfahrenen Verteidiger in den letzten Länderspielphasen zu ignorieren. Ein fataler Fehler, wie ein genauerer Blick auf die Statistiken offenbart.

Ein Vergleich mit seinen Konkurrenten Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton, Malick Thiaw, Jeff Chabot, Yann Bisseck und Robin Koch zeigt: Ginter kann sich absolut behaupten. Im Gegenteil! Seine Leistungen in dieser Saison sind schlichtweg herausragend. 12 Scorerpunkte (5 Tore, 7 Assists) – ein Wert, den kein anderer Innenverteidiger aus den Top-5-Ligen Europas erreicht. Das ist nicht nur ein Beweis für seine Offensivqualitäten, sondern auch für seine taktische Flexibilität.

Die Standardsituationen sind dabei ein besonderes Kapital. Ginter liefert im Schnitt 0,5 Abschlussvorlagen und 4 Torvorlagen pro 90 Minuten – eine beeindruckende Bilanz, die im modernen Fußball immer wichtiger wird. Aber auch defensiv ist der ehemalige Dortmunder und Gladbacher eine Bank. Er kommt im Vergleich auf die zweitmeisten Klärungsaktionen (6,1) und bestrittene Luftduelle (5,6) – nur Stuttgarts Chabot ist besser. Und das bei einem durchschnittlichen Foulsatz von nur 0,5 pro 90 Minuten, den kein anderer Kandidat erreicht.

Nagelsmann im fokus: europa league finale entscheidend?

Nagelsmann im fokus: europa league finale entscheidend?

Am Mittwochabend kann Ginter mit Freiburg die Europa League gewinnen. Julian Nagelsmann wird das Finale in Istanbul gemeinsam mit der DFB-Führung um Neuendorf und Völler verfolgen. Ein Auftritt, der den erfahrenen Defensivmann ins Rampenlicht rückt. Es ist ein Risiko, einen Spieler mit über 500 Profispielen zu übersehen, besonders wenn er in Topform ist. Ex-Nationalspieler Max Kruse brachte es auf den Punkt: „Für die Anfangself wird es nicht reichen. Aber man muss Ginter in Betracht ziehen.“

Lothar Matthäus, der Rekordnationalspieler, ist ebenfalls überzeugt: „Definitiv mitnehmen! Was der hinten für ein Stellungsspiel hat, ist unglaublich.“ Die Karriere von Ginter im DFB-Dress ist bereits Geschichte – 2014 war er Teil des WM-Siegerteams. Er mag damals keine Einsatzminuten erhalten haben, doch die Erfahrungen, die er in Brasilien sammelte, können dem aktuellen Kader von unschätzbarem Wert sein. Charaktere wie Ginter, die auch in der zweiten Reihe eine wichtige Rolle spielen können, sind Gold wert.

Nagelsmann betonte zwar, dass er die Innenverteidigung nicht ständig verändern würde, aber das Leistungsprinzip sollte dennoch gelten. Und Ginter liefert Leistung – konstant und überzeugend. Seine Passgenauigkeit von 87 Prozent und 0,7 Tacklings pro Spiel mögen nicht die Bestwerte sein, doch sie rechtfertigen es nicht, einen erfahrenen Spieler seiner Klasse außen vor zu lassen. Die Freiburger Fans würden ihn sicher wieder auf Händen tragen – und vielleicht sogar Nagelsmann dazu bewegen, seine Meinung zu überdenken.

Die Entscheidung liegt bei Nagelsmann. Doch eines ist klar: Matthias Ginter hat alle Vorzeichen für sich. Er könnte nicht nur die Europa League gewinnen, sondern auch seine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft perfekt machen. Ein Mann, der aus dem Schatten ins Licht tritt – und vielleicht doch noch die WM erobert.