Egli feiert 100 shl-spiele und zieht ins chl-finale ein – sein nächstes ziel heißt davos

100 Einsätze, 19 Scorerpunkte, ein Champions-League-Finale – und dann der Wechsel nach Hause: Dominik Egli schreibt in Schweden ein kleines Märchen, bevor er 2025 zum HC Davos zurückkehrt.

Frölundas schweizer arbeiter wird immer gefährlicher

Die Zahlen lügen nicht. Drei Tore, 16 Assists – Egli hat seine Skorerbilanz aus der Vorsaison bereits übertroffen. Dabei war er nie der laute Typ, der mit krassen Statements glänzt. Er rutscht einfach raus, blockt Schüsse, schirmt den Slot ab und schaltet blitzschnell um. Genau diese Zuverlässigkeit brachte ihm das Vertrauen von Coach Fredrik Sjöberg ein, der ihn inzwischen durchgehend aufs Eis schickt, wenn die Uhr tickt und Punkte winken.

Die 100 Partien in der SHL sind kein Aprilscherz, sondern ein Beweis für Konstanz. Seit seinem Debüt im Oktober 2022 verpasste Egli nur zwei Spiele – beide wegen einer Oberschenkelprellung. Seither trägt er die A-Chain der Special-Teams-Unit, killt Strafzeiten, schaltet Powerplay-Sequenzen um und startet den Breakout wie ein Uhrwerk. „Er ist unser Schweizer Uhrwerk“, sagte Assistenztrainer Magnus Steen nach dem 4:2-Sieg gegen Rögle. „Still, präzise, unersetzlich.“

Am dienstag geht es gegen luleå um den europäischen pokal

Am dienstag geht es gegen luleå um den europäischen pokal

Das Finale der Champions Hockey League bildet den vorläufigen Höhepunkt. In der Scandic Arena empfängt Frölunda den schwedischen Rivalen Luleå HF. Für Egli ist es das erste Finale auf europäischer Bühne. „Wir wollen den Titel nach Göteborg holen, das wäre der perfekte Abschied“, sagte er nach dem Halbfinale gegen München. Die Statistik spricht für die Hausherren: In den letzten neun CL-Heimspielen kassierte Frölunda nur fünf Gegentore. Egli selbst steht mit +11 in der Plus-Minus-Wertung – bester Wert aller Verteidiger im Turnier.

Doch die Nervosität bleibt. 11 500 Zuschauer werden die Arena zum Kochen bringen, die Entscheidung fällt möglicherweise in der Verlängerung. Egli hat in dieser Saison bereits dreimal in Overtime gespielt – alle gewonnen. Seine Aufgabe: Luleås Top-Reihe um NHL-erfahrenen Jesper Wallstedt neutralisieren und gleichzeitig den ersten Pass aus der eigenen Zone initiieren.

Der weg zurück in die heimat ist bereits geebnet

Der weg zurück in die heimat ist bereits geebnet

Kurz nach dem Triumph in der Quarterfinal-Serie gegen Zürich verkündete HC Davos die Bombe: Egli unterschreibt einen Sechsjahresvertrag bis 2032. Für die Bündner ist das ein Transfer mit Signalwert. Nach der Abgabe von Christian Djoos und dem Rücktritt von Andres Ambühl suchen die Davoser neue Führungsspieler. Egli bringt genau das mit: SHL-Erfahrung, Schlitzohr-Blick für die richtige Pass-Option und eine robuste Defensive, wie sie die National League seit Jahren vermisst.

„Dominik ist kein Lautsprecher, aber ein Leithund“, sagt Davos-Sportchef Jan Egli – kein Verwandter, aber ein Verwandter des Hockey-Stils. „Er wird unser junges Corps anleiten und gleichzeitig selbst punkten.“ Die Ablöse blieb ungenannt, Insider sprechen von einer mittleren sechsstelligen Summe. Geld, das Davos gern investiert, nachdem man in den Playoffs zuletzt 2021 eine Runde gewann.

Für Egli selbst ist es ein Kreis, der sich schließt. 2018 verließ er die Schweiz als verblasster Junioren-Nationalspieler, 2025 kehrt er als gereifter Schlüsselspieler zurück. Die 100 SHL-Spiele waren das Auswahlpraktikum, das Finale gegen Luleå die Abschlussprüfung. Besteht er, trägt er einen Europapokal nach Hause – und startet im nächsten Sommer mit Selbstvertrauen in die neue Ära bei den Davosern.

Bis dahin heißt es: Schlittschuh an, Visier runter, Puck wegschnappen. Egli wird wieder nicht viel sagen. Die Taten sprechen laut genug.