Eduard koksharov tot aufgefunden – handball-welt trauert um ihren rekordmann
50 Jahre, ein Frühstück, das er nie mehr erreichte. Im Hotel des Trainingslagers von Brest HC Meshkov fand man Eduard Koksharov leblos in seinem Zimmer – und mit ihm starb ein Stück Handball-Geschichte.
Die weißrussische Mannschaft hatte am Morgen nur auf den Kollegen gewartet. Minuten später stand die Traueranzeige: „Er prägte unser Team und die Herzen aller, die ihn kannten.“ Erste Obduktionshinweise lauten Schlaganfall oder Herzinfarkt.
1110 Treffer in 226 länderspielen – rekord, der heute stillsteht
Koksharov bleibt der einzige russische Feldspieler, der die Tausender-Marke für die Nationalmannschaft durchbrach. Gold von Sydney 2000, WM-Titel 1997, Torschützenkönig 1999 – die Liste seiner Auszeichnungen liest sich wie der Lehrplan jeder Sport-Hochschule. Linksaußen war keine Position, es war sein Königreich.
Nach Karriereende schwang er zur Coachbank. Unter seiner Führung gewann Brest alle nationalen Titel plus die SEHA-Liga. Die Spieler nannten ihn scherzhawlsweise „General“, weil er auch morgens um sechs noch Spielzüge zeichnete.
Die Nachricht schwappt mit einer Geschwindigkeit durch die Hallen, die selbst Tempo-Basketball neidisch machen würde. Vlado Sola, ehemaliger Nationaltorhüter Kroatiens, twitterte binnen Minuten: „Der Sport verliert heute einen Lehrer, nicht nur einen Trainer.“

Sein sohn kickt in krasnodar – der ball rollt weiter
Alexander Koksharov, 24, Stürmer bei FK Krasnodar, soll am Wochenende trotzdem auflaufen. Der Vater hätte es so gewollt, laut Klubinformation. Familie, Verein, Verband – alle sprechen vom „unfassbaren Verlust“, doch die Wettbewerbsmaschine stoppt nicht. Die Partie gegen Meshkov am Samstag wird mit Schweigeminute begonnen, danach wird um Punkte gekämpft.
Die Handball-Welt trägt heute schwarz. Und gleichzeitig schwenkt sie das Spielgerät ein wenig höher, um den Rekordmann zu ehren, der nie wieder durch die Kreise fliegt.
