Dsv-junioren verpatzen staffel-sensation: arber bleibt ohne deutsches edelmetall

Der Arber schweigt. Kein Gong, kein Jubel, nur der Wind pfeift durch das Hohenzollern-Skistadion. Die deutsche Mixed-Staffel rutscht mit 2:03 Minuten Rückstand auf Rang fünf – und die Medaillen-Flaute der DSV-Junioren zieht sich wie Nebel über dem Bayerischen Wald.

Korbi Kübler, 19, ging als Zehnter in die erste Wechselzone. Vier Nachlader. 53,1 Sekunden. Eine Startposition, die selbst ein Weltmeister nicht mehr retten kann. Lukas Tannheimer stemmte sich mit nur einem Nachlader dagegen, doch die Uhr tickte unbarmherzig: 1:09,7 Minuten Rückstand. Leni Dietersberger und Sydney Wüstling, 17 Jahre jung, schossen brav, liefen aber, als würden sie durch Watten stapfen.

Lettland siegt trotz 15 fehlschüssen – norwegen profitiert

Die Sieger kommen aus Riga. Lettland kassiert 15 Nachlader, steht trotzdem auf dem Treppchen. Norwegen folgt mit 4,5 Sekunden Abstand und acht Nachladern – ein Lehrstück in Laufdisziplin. Frankreich nimmt Bronze mit zehn Nachladern, weil die Skier einfach schneller glühen. Die deutsche Equipe vermeidet die Strafrunde, verliert aber auf der Loipe elf Sekunden pro Kilometer. Die Wahrheit liegt im Split: 26:48 Minuten Gesamtzeit, das ist 15 Sekunden langsamer als Lettlands letzter Läufer.

Der Vormittag hatte bereits Vorbote gesendet. In der Jugend-Kategorie wird Hannes Lipfert Neunter, 4:34 Minuten hinter Österreich. Die Alpenrepublik feiert Gold trotz sieben Nachladern – ein Spiegelbild der deutschen Misere. Beide Staffeln trafen besser, liefen aber wie versteinert. Die Uhr stoppt nicht für gute Absichten.

Dsv-chefcoach schaut in leere blicke

Dsv-chefcoach schaut in leere blicke

Am Schießstand steht ein Trainer mit gefalteten Armen. Kein Wort. Seine Athleten wissen: Die Leistungsdichte ist längst so hoch, dass Schießen nur noch die Eintrittskarte ist. Wer nicht läuft, fliegt. Die Physiologen haben die Daten: Sauerstoffaufnahme der Skandinavier um vier Milliliter höher, Laktat drei Stufen niedriger. Die deutschen Junioren? Sie reisen mit Hoffnung an, nicht mit Watt.

Morgen kommt der Sprint. 10:30 Uhr Jugend, 14:30 Uhr Junioren. Die Anmeldung ist abgegeben, aber die Medaille bereits verlegt. HBO Max überträgt live – ein Trost für alle, die den Arber nur vom Bildschirm kennen. Die Kamera wird wieder ins Leere zoomen. Kein Edelmetall, nur Edelmut.

Die Bilanz nach vier Tagen: null Podestplätze, drei Top-Ten, ein System mit Lücken. Die nächste Generation trainiert bereits mit Pulsmessern und Drohnen. Ob das reicht? Die Uhr am Arber antwortet mit jedem Tick: Noch 1.123 Tage bis Milano-Cortina 2026. Tick, tack.