Dsv räumt auf: mehringer und röiseland weg – wer rettet den deutschen biathlon?
Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland sind raus. Punkt. Nach dem Olympia-Debakel 2025/26 schmeißt der Deutsche Skiverband das Frauen-Trainer-Duo raus – und lässt eine Lücke, die so groß ist wie das Pokalfinale, das Deutschland nicht erreichte.
Die kandidaten: ein finne, ein österreicher – und eine frau, die die schweiz bewegt
Michael Rösch, früher selbst Weltklasse-Biathlet, legt auf Eurosport direkt drei Namen auf den Tisch: Jonne Kähkönen, Schieß-Guru aus Finnland, der gerade arbeitslos ist. Armin Auchenthaler, der mit Ex-DSV-Chef Bernd Eisenbichler schon gemeinsam gedient hat. Und Sandra Flunger, die in der Schweiz den Nachwuchs revolutioniert hat. „Sie hat dort Systeme eingeführt, die wir in Deutschland vergessen haben“, sagt Rösch – ein Seitenhieb auf Jahre struktureller Trägheit.
Doch es gibt noch eine vierte Option: Andreas Birnbacher. Der IBU-Cup-Coach der Frauen ist intern bereits angefragt. Kein Glamour-Name, dafür ein Mann, der die Läuferinnen beim Vornamen kennt. Interne Lösungen sparen Geld – und das Budget ist nach Olympia ohnehin klaffend.

Eisenbichler kehrt zurück – und übernimmt sofort das ruder
Während die Trainerfrage offen bleibt, ist eine Personalie schon besiegelt: Bernd Eisenbichler wird neuer Biathlon-Sportdirektor. Der 57-Jährige hat den Posten schon einmal von 2019 bis 2022 innegehabt – und tritt jetzt wieder an, um „den Kurs für die Zukunft zu bestimmen“, wie der DSV in einer knappen Pressemitteilung schreibt. Übersetzt: Er muss die Trümmer wegräumen, die er selbst teilweise mitgebaut hat.
Die Bilanz der letzten Saison ist ernüchternd: Nur Franziska Preuß holte im Weltcup Tschechien noch ein Podest – Platz drei. Danach trat sie zurück. Eine weitere Führungsspielerin, weg. Denise Herrmann-Wick, Gold von Peking 2022, fordert jetzt „Innovation statt Nachbeterei“. Ihr Satz schlägt ein wie eine Schreckschuss-Patrone: „Wir brauchen ein System, das Talente erkennt, bevor sie sich selbst finden.“

Die stunde der wahrheit: nachwuchs oder notlösung
Der DSV steht vor demselben Dilemma wie nach jedem Olympia-Crash: interne Loyalität oder externer Frischewind? Die Entscheidung fällt in den nächsten drei Wochen, bevor die Vorbereitung auf die Weltcup-Saison 2026/27 startet. Wer auch immer unterschreibt, muss sofort liefern – sonst wird die nächste Katastrophe nur aufgeschoben.
Die Zahlen sprechen gegen Deutschland: Kein Sieg bei Olympia, kein Weltcup-Titel seit 2023, keine Nachwuchs-Weltmeisterin seit 2021. Wer jetzt nur verwaltet, verwaltet den Abstieg. Wer risikiert, könnte wieder nach oben stoßen. Die Uhr tickt – und die Schneekanonen laufen bereits.
