Maderer fehlt, lok leipzig trotzdem favorit gegen zehlendorf
Ohne ihren Torjäger, aber mit dem Anspruch auf Klassenbeste: Lok Leipzig empfängt am Mittwoch Hertha Zehlendorf – und muss beweisen, dass der Staffelsieg nicht nur ein Papierkrieger ist. Stefan Maderer, 14 Saisontreffer, schleppte sich nach dem 2:1 in Babelsberg vom Feld; sein Einsatz gilt als unwahrscheinlich.
Seitz warnt vor dem tabellenletzten
Jochen Seitz spricht lieber über Punkte als über Protokolle. „Zehlendorf spielt aggressiv gegen den Ball, wir brauchen Lösungen, keine Lippenbekenntnisse“, sagt der Trainer. Die Zahlen stimmen ihn trotzdem selbstbewusst: 50 Punkte Vorsprung auf den Gegner, 5:0-Sieg im Pokal, 4:0 zuletzt gegen Hertha II. Doch das Hinspiel war ein 1:0 in Unterzahl – ein Warnschuss.
Die Berliner haben seit Wochen nicht gewonnen, aber auch nicht aufgegeben. Unentschieden gegen Eilenburg und Luckenwalde, 0:1 gegen Zwickau mit ordentlicher Leistung. Dazu fünf Nachholpartien im Rücken, das verspricht Frische statt Resignation. Für Lok heißt es: Geduld mit Tempo, nicht arrogante Ballbesitzzirkus-Kunst.

Personelle kniffe und ein blick nach vorn
Fällt Maderer aus, rückt Djamal Ziane in die Startelf. Rotation? Fehlanzeige. „Die beste Elf soll spielen, nicht die frischeste“, betont Seitz. Ein Sieg würde die Führung vorübergehend auf elf Punkte ausbauen – Halle hat keine 3.-Liga-Lizenz, Erfurt und Jena sind abgeschlagen. Die Meisterschaft ist noch nicht gebucht, aber der Verein schon in Planungsmodus für die Relegation.
Am Bruno-Plache-Stadion rollt der Ball um 19 Uhr. Die Fans erwarten keine Galavorstellung, sondern eine Profession, die Ligenhistorie schreibt. Lok Leipzig kann sich mit einem Dreier schon fast die Koffer für die Aufstiegsrunde packen – vorausgesetzt, sie verliert nicht die Nerven gegen das Schlusslicht. Kein Spaziergang, sagt der Coach. Aber auch kein Drama, wenn die Mannschaft zeigt, warum sie seit Monaten oben steht.
