Infantino steckt im kritiksturm – schweden attackiert fifa-chef

Der Ball liegt jetzt auf seiner Seite, doch Gianni Infantino weicht nicht vom Platz. Schwedens Verbandschef Simon Åström schlägt dem FIFA-Präsidenten eine rhetorische Volley ins Gesicht: Die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an Donald Trump und die Mitgliedschaft im von Trump lancierten Friedensrat seien ein Verstoß gegen die politische Neutralität.

Åström zieht die notbremse – und findet worte, die wehtun

„Das lehnen wir entschieden ab“, sagt Åström im schwedischen Portal Fotbollskanalen. „In den Statuten steht, dass Fußball als einigende Kraft dienen soll. Aber ein Friedenspreis für einen umstrittenen Präsidenten und ein Gremium, das den Vereinten Nationen Konkurrenz macht, sind alles andere als neutral.“ Die FIFA lenkt Millionen in den Friedensrat, 75 Millionen Dollar will Infantino einsammeln – Geld, das künftig auch schwedische und deutsche Mitgliedsverbände erhalten sollen. Ein Boykott der WM 2026 schließt Åström aus, doch der Schuss sitzt.

Norwegens Präsidentin Lise Klaveness hatte bereits reagiert. „Ich spürte das schmerzliche Gefühl, Geisel von etwas zu sein, das offensichtlich falsch ist“, sagte sie. Für sie ist Infantino der nackte Kaiser, der alle in eine „gefährliche Richtung“ führt.

Der dfb schweigt – und kassiert trotzdem

Der dfb schweigt – und kassiert trotzdem

Deutschlands Verbandschef Bernd Neuendorf hält sich bedeckt. Er lobt stattdessen Trumps Vermittlung im Gazakrieg und nennt das Friedensabkommen „ohne die USA nicht möglich“. Im FIFA-Rat wurde laut Neuendorf nicht über Kriterien oder Nominierungen gesprochen. Die Entscheidung sei durchgesickert, bevor sie auf der Tagesordnung stand. Die FIFA rechtfertigt sich: Ein gutes Verhältnis zum Gastgeberland sei für einen reibungslosen Turnierablauf unerlässlich. Die Aussicht auf neun Milliarden Dollar Rekordeinnahmen dämpft offenbar jede moralische Diskussion.

Die Frage bleibt: Wie lange kann sich Infantino hinter Geschäftlichkeit verstecken? Die schwedische Attacke ist ein Warnschuss – und die nächste Salve kommt bestimmt.