Dresdner sc verpasst finale nach thriller: levinska trifft, italien lacht
Zwei Stunden Herzklopfen, 33 Punkte von Marta Levinska – und am Ende steht für den Dresdner SC nur die Erkenntnis: Der CEV-Cup ist ohne deutsche Beteiligung entschieden. Die 2:3-Schlappe in Chieri bedeutet das Aus im Halbfinale, nachdem bereits das Hinspiel im fünften Satz verloren ging.
Der fünfte satz frisst die träume auf
13:25, 25:17, 26:28, 25:23, 12:15 – die Zahlen lesen sich wie ein Krimi. Zweimal führte Dresden, zweimal glichen die Italienerinnen um diagonale Aufschlagmaschine Paola Egonu auf. Im Tiebreak war es dann ein Aufschlagwinner von Chieris Libera Vera, der die Elsterröder aus dem Wettbewerb warf. 2.060 Fans in der Palasport „Piero Ferraris“ jubelten, während linksaußen Mette Pfeffer den Ball aus dem Netz pulte und sich nur die Haare raufen konnte.
Trainer Alexander Waibl schickte seine Sechs mit derselben Startformation wie vor drei Tagen aufs Parkett – wechselte aber früher als sonst. Bereits beim 8:11 im dritten Satz nahm er die beiden Time-outs schon nach dem ersten technischen, weil seine Annahme reihenweise unter Druck stand. Levinska agierte als Antreiberin, doch Chieris Blockumbau mit Triple-Coverage auf der Position vier ließ selbst ihre Schmetterbälle abprallen.

Deutschland verliert letzte europäerin
Mit dem Aus der Dresdnerinnen zieht Galatasaray Istanbul als einziges noch verbliebenes Team ins Finale ein – und beendet die europäische Saison für deutsche Volleyball-Frauen schon im März. Das hatte es zuletzt 2014 gegeben. Die Bundesliga bleibt somit ohne internationale Repräsentanz, obwohl der DSC mit dem höchsten Etat aller deutschen Clubs antritt. Die Konsequenz: Sportdirektor Stefan Hübner kündigte an, im Sommer „die eine oder andere Verstärkung auf Position zwei und fünf“ zu prüfen.
Die Saison ist damit nicht vorbei – in der Bundesliga wartet noch das Rennen um die Meisterschaft. Doch wer gestern das Gesicht der enttäuschten Kapitänin Lisa Gründing sah, weiß: Diese Nacht wird lange nachhallen. Der CEV-Cup war ihr Ziel, jetzt bleibt nur die heimische Liga. Und die Frage, warum deutsche Teams auch 2026 noch den letzten Punch vermissen lassen, wenn der Druck am größten ist.
