Draisaitls heimkehr: nhl-superstar kämpft in münchen um playoff-comeback

Er ist raus aus dem Eis, aber nicht raus aus dem Spiel. Leon Draisaitl, Deutschlands NHL-Superstar, ist in München gelandet – und mit ihm die Hoffnung der Edmonton Oilers auf ein spätes Playoff-Wunder.

Nach seiner Unterkörperverletzung vom Sonntag schickten die Oilers ihren 30-jährigen Topscorer sofort nach Deutschland. Ziel: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, den Ex-Arzt des FC Bayern, der schon Uwe Seeler und Franz Beckenbauer wieder auf die Beine gestellt hat. „Ich bin bis Dienstag in München“, sagte Draisaitl gestern Abend nach dem 4:0 des FC Bayern gegen Union Berlin am Sky-Mikrofon. Die Stimme klang rau, aber entschlossen.

Die uhr tickt – und mit ihr die playoffs

Die uhr tickt – und mit ihr die playoffs

Die Oilers haben ihren Kapitän auf die Verletztenliste gesetzt, Saisonende der NHL ist in Sicht. Draisaitl weiß: „Es wird mit Sicherheit ein paar Wochen dauern.“ Doch er plant schon weiter. „Ich hoffe, dass wir lange genug spielen können, damit ich irgendwann noch mal aushelfen kann.“ Keine Rücktrittsrede, kein Selbstmitleid – nur ein Athlet, der sich selbst eine Deadline setzt.

Die Zahl nagelt ihn fest: 82 Punkte in 71 Spielen hat Draisaitl diese Saison gesammelt. Ohne ihn droht Edmonton die Katastrophe. Die Oilers liegen aktuell außerhalb der gesetzten Playoff-Plätze. Jeder Tag, den er ausfällt, könnte die Saison beenden.

Müller-Wohlfahrt wird keine Wunder wirken können – aber Erfahrung. Seine Methode: minimal-invasive Eingriffe, aggressive Stoffwechseltherapien, eine Gangart, die in der NHL manchem Teamarzt die Schamesröte ins Gesicht treibt. Draisaitl nimmt das Risiko in Kauf. Er hat keine Wahl.

Die nächsten drei Wochen entscheiden über Edmontons Jahr. Und über die Frage, ob Deutschlands bester Eishockeyspieler im Mai doch noch aufs Eis zurückkehrt – oder erst im Sommer wieder laufen kann.