Draisaitl trifft, oilers stolpern: ducks schlagen zurück und entfachen serie

Der schnelle Jubel von Leon Draisaitl verpuffte im Eisnebel von Edmonton. Nach 127 Sekunden lag der Puck schon im Netz der Anaheim Ducks, doch am Ende blinkte eine 4:6-Defizit-Anzeige – und die Series ist wieder offen wie ein Zamboni-Tor.

Deutsch-duell im schlussdrittel

Josh Samanski, erst 22, erzielte mit einem Sahneschuss das 4:4 und hätte die Halle zum Kochen bringen können. Doch Cutter Gauthier antwortete 73 Sekunden später, Ryan Poehling legte 1:12 Minuten vor dem Buzzer nach. „Wir haben einfach aufgehört, die Scheibe tief zu halten“, sagte Draisaitl mit zusammengebissenen Zähnen. Seine drei Playoff-Scorerpunkte in zwei Spielen stimmen ihn trotzdem optimistisch: „Die Knie halten, der Pass kommt – jetzt müssen wir nur noch die Kurve kriegen.“

Die Oilers dominierten die ersten 25 Minuten, warfen 17 Schüsse auf Lukas Dostal, doch der tschechische Schlussmann wuchs mit jedem Angriff. Zwischen der 28. und 45. Minute drehten die Ducks das Tempo auf 200 Stundenkilometer, nutzten drei Edmonton-Penalties und schossen binnen 8:14 Minuten vier Tore. Stuart Skinner bekam danach zwar noch die Chance, doch Coach Kris Knoblauch ließ ihn stehen – ein psychologisches Signal, das nicht fruchtete.

Was jetzt? rückspiel in kalifornien

Was jetzt? rückspiel in kalifornien

Spiel 3 steigt in der Nacht zum Samstag im Honda Center. Die Ducks haben ihren Heimvorteil zurück, die Oilers müssen ohne ihren Top-Scorer Evander Kane auskommen, der mit einer Schulterverletzung ausfällt. Draisaitl wird wohl zwischen Hyman und McDavid rotieren, um die Angriffsreihe zu entlasten. „Wir haben die bessere Powerplay-Quote, aber fünf-gegen-fünst haben wir geschlafen“, analysierte Assistenzkapitän Zach Hyman. Die Statistik spricht Bände: Edmonton kassierte in den letzten zwölf Playoff-Partien mindestens vier Gegentore – kein Stanley-Cup-Kandidat kann sich das leisten.

Für die deutschen Fans bleibt die Bilanz gemischt: Während Draisaitl punktet, verliert Nico Sturm mit den Minnesota Wild in Dallas 3:4 nach Doppelverlängerung und steht mit 1:2 in der Serie hinten. Sturm blieb ohne Scorerpunkt, dafür gewann er 63 Prozent seiner Bullys – ein kleiner Trost im großen Frust.

Die Message ist klar: Edmonton muss nach Anaheim reisen, um sich selbst zu retten. Sonst droht ein Sommer, der länger wird als geplant – und ein deutscher Superstar mit viel Zeit zum Nachdenken.