Draisaitl fällt aus – oilers bangen um playoff-blitz

Die Oilers müssen den Rest der Regular Season ohne ihren deutschen Superstar bestreiten. Leon Draisaitl zog sich eine Unterkörperverletzung zu – ein Check von Ozzy Wiesblatt wirft den NHL-Topsorer mindestens vier Wochen aus dem Rennen.

Die Szene war schnell, die Folgen sind langwierig. Kurz nachdem Draisaitl Edmonton in Führung geschossen hatte, rammte ihn Wiesblatt am Band. Der 30-Jährige blieb liegen, taumelte zur Kabine und fehlte fortan. Am Dienstagabend folgte die harte Diagnose: kein Einsatz mehr bis zur Hauptrunde, Playoff-Einsatz offen.

Edmonton verliert 97 punkte und den besten scorer hinter mcdavid

97 Scorerpunkte in 65 Spielen – nur drei NHL-Kollegen liegen vor ihm. Ohne diese Produktivität droht der Pacific-Drittplatzierten der Absturz auf die Wild-Card-Linie. Vier Punkte Vorsprung auf Seattle reichen nicht zum Durchatmen, die restlichen 14 Matches werden zur Zitterpartie.

Coach Kris Knoblauch schwieg sich über Details aus, doch die Körpersprache der Teamchefs verriet mehr als tausend Worte: Mindestenspause vier Wochen, das ist internes Minimum. Die Regular Season endet in der Nacht auf 17. April, die Playoffs starten am Wochenende danach. Zeit wird knapp.

Für Draisaitl persönlich ist es die nächste Demontage nach den Verletzungspech der Vorsaison. Der Kölner gilt als eiserner Profi, doch genau diese Belastung macht ihn verletzbar. Edmonton setzte in den letzten Jahren fast ausschließlich auf das Duo McDavid/Draisaitl – jetzt muss der Supporting Cast liefern.

Deutscher eishockey-star bangt um wm-teilnahme

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Neben den Playoffs steht auch die WM in Stockholm Mitte Mai auf dem Spiel. DEB-Manager Sturm wartet auf ein Gützeichen, doch selbst bei schneller Heilung fehlt Draisaitl jegliche Eingewöhnungsphase. Kein Spiel seit Anfang April, kein Kontakttraining bis Ende März – für einen Athleten, der Rhythmus tankt, ein Horror-Szenario.

Die Oilers haben den Vorverkauf für die Postseason längst gestartet, die Fans buchten Flüge und Hotels. Jetzt hängt die Kartenrückgabe von einem einzigen medizinischen Report ab. Die Franchise erklärte, „weitere Updates folgen“, doch in Wahrheit bedeutet das: Tag für Tag hoffen, dass das Gewebe mitspielt.

Die Liga schaut hin. Ohne Draisaitl verliert die Western Conference eines ihrer bekanntesten Gesichter, die NHL einen globalen Markenbotschützer. Die Fernsehgelder sichern sich trotzdem, doch die Story um den Deutschen, der die 100-Punkte-Marke knallen wollte, bekommt ein unrühmliches Kapitel.

Edmonton muss jetzt beweisen, dass die jahrelange Rebuild-Strategie nicht nur zwei Superstars, sondern auch Tiefe birgt. Die nächsten 14 Spiele sind kein Schaulauf mehr, sondern Notoperation. Zeit, um zu zeigen, ob die Oilers ein Team oder nur ein Duo sind.