Dosb-chef fricke attackiert sportfördergesetz: kabinett durch, machtkampf bleibt
Das Bundeskabinett hat den neuen Sportfördergesetz-Entwurf gebilligt – doch statt Erleichterung folgt neuer Streit. Otto Fricke, Vorstandschef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), schlägt zurück: „Trotz der Verbesserungen sehen wir weiterhin Optimierungspotenzial.“ Die Botschaft ist klar: Das Ringen um die Milliardenverteilung im deutschen Spitzensport geht in die nächste Runde.
Der kern des konflikts: wer kontrolliert die kohle?
Der Stiftungsrat der geplanten Spitzensportagentur soll künftig über die Verteilung der Bundes-Fördermittel entscheiden – und genau hier setzt Fricke den Schnüfflerhund an. Sechs Politiker, nur drei Sportvertreter: „Eine Zweidrittel-Mehrheit der Politik ist keine Augenhöhe“, giftet der DOSB-Chef. Er spricht von „externer Beobachtung“, von einem Staat, der glaubt, alles besser zu wissen. Die Folge: Der Sport verliert die Direktionsgewalt über sein eigenes Geld.
Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, hatte das magere deutsche Abschneiden in Italien als „Handlungsauftrag“ bezeichnet. Fricke kontert: Dieser Auftrag gelte nicht nur für Verbände und DOSB, „sondern auch für die Politik“. Ein Schulterschluss sieht anders aus.

Was jetzt auf dem spiel steht
Bis das Gesetz in Kraft tritt, muss es noch Bundestag und Bundesrat passieren. Die Zeit drängt: Paris 2024 rückt näher, die Leistungszentren verlangen Planungssicherheit. Fricke kündigt an, dem Kanzleramt eine detaillierte Kritikliste zu liefern. Dahinter steckt die Angst, dass künftige Förderentscheidungen parteipolitisch motiviert und nicht sportwissenschaftlich fundiert fallen könnten.
Die Zahl, die alles sagt: Rund 200 Millionen Euro fließen jährlich aus dem Bundestopf in den Spitzensport. Wer den Drehknopf in der Hand hält, bestimmt mit, welche Sportart aufblüht und welche verknüppelt.

Fazit
Das Kabinett hat den Ball weitergegeben, der DOSB spielt nun den letzten Angriff. Entweder der Gesetzgeber lenkt ein und verrät die Macht – oder der Streit landet vor dem Verfassungsgericht. Für Athleten bleibt die Frage: Wer schützt ihre Zukunft, wenn Politik und Sport sich auf der Chefetage bekriegen? Die Antwort wird über Medaillen und Milliarden entscheiden.
