Lions fegen lugano mit 4:0 weg – lausanne zerreißt genf in stücke
Die Playoffs kochen. Zürich schlägt Lugano mit einem Debakel, das wehtut. Lausanne fährt in Genf ein 5:2 heraus, das bis in die Knochen schmerzt. Drei Spiele, drei Schläge – und die Viertelfinals nehmen endgültig Form an.
Zürcher machtdemonstration mit folgen
Die ZSC Lions starteten wie ein Zug gegen Lugano. Nach 20 Minuten stand es 2:0, nach 40 schon 3:0. Denis Malgin und Rudolfs Balcers legten auf, Sven Andrighetto nagelte das 1:0 ans Kreuzeck. Dario Trutmann verwandelte einen Konter eiskalt. Juho Lammikko machte nach der Pause mit dem 3:0 den Sack zu. Doch die Freude trübte sich: Andrighetto musste nach einem Check in die Kabille, das Fernbleiben dauerte. Ohne ihn lief es trotzdem. Justin Sigrist und Malgin schalteten im letzten Drittel um wie Uhrwerke – Sigrist traf zum 4:0 nach Traumpass. Die Lions liegen mit 3:0-Serienführung auf Finalkurs.
Lugano wirkte ratlos. Die Tessiner fanden keine Antwort auf Zürchs Tempo, kassierten ihre höchste Playoff-Niederlage seit 2019. Torhüter Sandro Aeschlimann blieb zwar ohne Gegentor im zweiten und dritten Abschnitt, doch der Schaden war früh angerichtet. Trainer Luca Cereda sprach hinterher von „zu vielen individuellen Fehlern“, die sein Team „nicht mehr kitten“ konnte.

Genf kocht, lausanne lacht
Im zweiten Viertelfinal rissen die Gefühle völlig. Servette begann kontrolliert, kassierte aber das 0:1 durch Jäger im Powerplay. Inti Praplan glich zwar per Sonntagsschuss aus, doch Erik Brännström schockte die Grenouilles mit einem Solo zum 2:1. Danach diktierte Lausanne das Tempo. Austin Czarnik erhöhte kurz vor der zweiten Pause auf 3:1 – Genf vergab in Überzahl zwei Großchancen, die eigentlich der Anschluss bedeutet hätten.
Im Schlussdrittel platzte der Knoten. Inaki Baragano jagte den Puck durch die Beine von Goalie Charlin, Kevin Pasche verlor die Nerven und rammte Anton Grundel. Die Strafen folgten im Minutentakt: 10 Minuten für Noah Rod wegen Unsportlichkeit, Matchstrafe für Jan Rutta, der seinen Stock über die Bande schleuderte. Jimmy Vesey erzwarb den Ehrentreffer, doch Daniel Caggiula schloss einen Konter zum 5:2 ab. Genf kassierte die zweite Heimpleite in Serie, Lausanne führt mit 2:1.
Die Talfahrt der Genfer ist programmiert: Sie verschossen 36 Schüsse aufs Tor, trafen nur zweimal. Die Defensive kassierte fünf Gegentore in zwei Heimspielen – so viele wie in den ersten vier Playoff-Partien zusammen. Trainer Craig Woodcroft sprach von „einem Kollektivkollaps, den wir binnen 48 Stunden reparieren müssen“. Die Frage ist: Schafft Servette die Trendwende, oder wird Lausanne zum ersten Mal seit 2022 wieder Halbfinalist?
Am Dienstag steht Spiel vier in Zürich und Genf an. Die Lions können den Sweep perfekt machen, Lausanne die Servette-Fans erstmals Sturm schreien lassen. Die Playoffs sind kein Kindergarten – und das zeigt sich jetzt in jedem Schlag aufs Eis.
