Zehlendorf begrabt leopzig und die 157-tägige fluch-serie

Ein Schlag ins Kontor, ein Schrei der Erleichterung: Hertha 03 Zehlendorf hat am Mittwochabend Lokomotive Leipzig mit 2:0 niedergestochen und dabei 157 trostlose Tage ohne Ligasieg beendet. Im Bruno-Plache-Stadion ging der Tabellenletzte als Sieger vom Platz – und das gegen die Mannschaft, die seit Wochen ganz oben thront.

Der treffer, der den knoten sprengte

Noah Jones legte in der 63. Minute den Ellbogen an, verwandelte einen Strafstoß mit der Coolness eines Spielers, der sich diesen Moment schon 100-mal im Kopf vorspielte. Sieben Minuten später riss Ben Schulz den Deckel weg: 2:0, Leipzigs Abwehr wirkte wie gelähmt. Niklas Doll hätte sogar noch erhöhen können, traf nur den Querbalken – das 3:0 wäre der Schlusspunkt eines perfekten Abends gewesen.

Für Trainer Tilman Käpnick war es kein einfaches Saisonhalbjahr. Seit dem 18. Oktober wartete sein Team auf einen Dreier, rutschte auf Rang 18, vier Zähler hinter den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Das Restprogramm bleibt eng, doch die Berliner haben vier Partien in der Hinterhand – genug Munition, um Eilenburg noch zu überholen.

Altglienicke liefert den satelliten-coup mit

Altglienicke liefert den satelliten-coup mit

Während in Leipzig die Köpfe hängen, feiert die VSG Altglienicke den ersten Heimsieg unter Dan Twardzik. Gegen den FC Eilenburg drehten die Köpenicker einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Sieg. Mohamed Sylla traf doppelt, Jonas Nietfeld stempelte das Ergebnis in der 76. Minute ab. Der neue Coach atmete sichtlich durch: „Endlich“, sagte er nach Abpfiff, „haben wir vor heimischer Kulisse gezeigt, wofür wir stehen.“

Der BFC Dynamo hingegen verpasste den Anschluss. Gegen Luckenwalde reichte nichts, Simon Gollnack traf früh, danach blieb der BFC harmlos. Die Tabellenregion ab Platz 13 bleibt ein Pulverfass – drei Punkte trennen Dynamo vom ersten Abstiegsrang.

Die Regionalliga Nordost liefert mal wieder das, was sie verspricht: Chaos, Dramatik, Selbstverständlichkeiten, die kippen. Zehlendorf hat die Karten neu gemischt – und Leipzig einen Dämpfer verpasst, der wehtun wird.