Doping-fall erschüttert die leichtathletik: mann wegen beihilfe angeklagt

Ermittlungen im fall marvin bracy-williams

Die US-Bundesbehörden haben am Dienstag einen Mann aus Florida angeklagt, der beschuldigt wird, einem Athleten verbotene Substanzen zur Verfügung gestellt zu haben. Im Zentrum der Ermittlungen steht der 45-monatige Doping-Bann, der dem Olympiasprinter Marvin Bracy-Williams im vergangenen Jahr auferlegt wurde. Die Anklage wurde vom US-Attorney’s Office in Orlando bekannt gegeben und richtet sich gegen Paul Askew aus Jacksonville.

Verstoß gegen das rodchenkov act

Verstoß gegen das rodchenkov act

Askew wird vorgeworfen, gegen das Rodchenkov Act verstoßen zu haben, ein Gesetz, das 2020 in Kraft trat und es US-Behörden ermöglicht, Dopingverbrechen im Zusammenhang mit internationalen Veranstaltungen zu verfolgen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 10 Jahre Gefängnis. Bisher hat Askew nicht auf Nachrichten reagiert, die die Associated Press an seine bekannte E-Mail-Adresse und Telefonnummer gesendet hat. Gerichtsakten zeigen, dass ihm derzeit ein Pflichtverteidiger zugewiesen wird.

Bracy-williams' karriere und das verschwinden

Marvin Bracy-Williams nahm 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teil und gewann 2022 eine Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften. Im Jahr 2023 verschwand er jedoch unerwartet aus der Sprintszene. Im November stimmte er schließlich seinem Doping-Bann zu, nachdem ein Hinweisgeber den Fall der U.S. Anti-Doping Agency (USADA) zur Kenntnis gebracht hatte. Die Untersuchungen ergaben, dass Bracy-Williams positiv auf eine verbotene Substanz getestet wurde.

Ermittlungen und mithilfe des athleten

Der Fall wurde durch Bracy-Williams’ anfänglichen Versuch, die Ermittlungen zu behindern, weiter verkompliziert. Später leistete er jedoch “erhebliche Unterstützung” den Behörden, was zur Aufdeckung weiterer Fälle führte, so die USADA damals. Die Anklage gegen Askew wirft ihm vor, zwischen Juli 2023 und Januar 2024 mit anderen zusammengearbeitet zu haben, um internationale Sportwettbewerbe durch die Bereitstellung leistungssteigernder Drogen zu beeinflussen.

Betroffene wettbewerbe

Die Anklage listet mehrere betroffene Veranstaltungen auf, darunter die Olympischen Spiele 2024 in Paris, die Olympischen Trials, die Hallenweltmeisterschaften 2024, ein Diamond League-Meeting 2023 in China und das Prefontaine Classic 2023 in Oregon. Die Ermittlungen deuten auf ein weitreichendes Netzwerk der Doping-Beihilfe hin, das verschiedene hochkarätige Wettbewerbe betrifft.

Zusammenarbeit der behörden und ausblick

Die USADA betonte in einer Erklärung ihre Dankbarkeit für die enge Zusammenarbeit verschiedener Behörden, darunter das Justizministerium, die Drug Enforcement Administration und die Athletics Integrity Unit, die für Dopingfälle bei World Athletics zuständig ist. Das Gesetz und die Möglichkeit, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die gegen die Regeln verstossen, seien wichtiger denn je, da sich die USA auf ein “Mega-Jahrzehnt” von Sportveranstaltungen vorbereiten, einschliesslich der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 und der Olympischen und Paralympischen Spiele 2028.