Djokovic wirft das handtuch: miami fällt aus – und das könnte erst der anfang sein

Novak Djokovic fliegt nach Hause. Der Serbe zog gestern seine Nennung für das ATP-Masters in Miami zurück und bestätigt damit, was Experten seit Indian Wells befürchteten: Die Schmerzen in Schulter und Unterarm sind ernster, als er nach dem Achtelfinal-Aus gegen Jack Draper noch einräumte.

Der 38-Jährige spielte in Kalifornien mit Kompressionsband – ein improvisierter Notverband, der seine Aufschlagpower ausbremste. „Wenn ich fünf, sechs Minuten nicht aufschlage, sind die ersten Bälle schmerzhaft“, sagte er damals dem Tennis Channel. Die Folge: Kein einziger As im zweiten Satz, 56 % Trefferquote beim ersten Aufschlag, eine Körpersprache, die zwischen Stöhnen und Siegeswillen schwankte.

Das sunshine-double wird zum solo

Das sunshine-double wird zum solo

Miami rutschte ihm nun durch die Lappen – und mit ihm 1000 Punkte sowie die Chance, die 18. Masters-Krone zu holen. Zuletzt verlor er 2024 dort das Endspiel gegen Jakub Mensik. Die Absage kommt für Tournament-Director James Blake zur Unzeit: „Wir haben die Ticket-Nachfrage für Montag innerhalb von zwei Stunden um 34 % steigen sehen, als Novaks Name durchsickerte“, sagte er gestern Abend.

Für Djokovic ist es die zweite Ausfall-Minute innerhalb von vier Wochen. Nach dem Finaleinzug in Melbourne – Niederlage gegen Jannik Sinner – meldete er sich nur zögerlich zurück. Sein Team ließ durchblicken, dass die Belastung durch Hartplatz-Turniere zunehmend mit dem Alter kollidiert. Der Plan, sich auf Grand Slams und ein paar Highlights zu konzentrieren, gerät ins Wanken, wenn der Körper schon bei Masters 1000-Events streikt.

Die nächste Deadline: Roland-Garros in 68 Tagen. Ohne Matchpraxis auf Sand droht ihm ein Start aus der zweiten Reihe – und damit das Risiko, vor dem Viertelfinale auf Carlos Alcaraz oder Casper Ruud zu treffen. Die Ranglistenpunkte, die er in Miami hätte verteidigen können, wären nötig gewesen, um sich bei den French-Open-Ziehungen Top-4-geschützt zu halten.

Die Frage ist nicht mehr, ob Djokovic noch ein Major gewinnt, sondern: Wie viele Starts bleiben ihm, beiläufig die Konkurrenz jünger und schneller wird? Die Antwort liefert der Kalender – und der sieht ohne Miami bereits wie ein Puzzle mit fehlenden Teilen aus.