Di giannantonio rast austin-qualifying: römer stürzt marc márquez in die krise

Fabio Di Giannantonio jagt die Ducati-Flotte in Austin. Der Römer klaut allen, sogar Marc Márquez, die Pole. 2:00,882 Minuten, neue Bestmarke, dritte Karriere-Pole – und plötzlich steht der Gresini-Fahrer dort, wo sonst nur Fabio Quartararo oder Pecco Bagnaia stehen: ganz vorn.

Márquez versinkt im getümmel

Sechs Startplätze hinter Di Giannantonio parkt der Achtmal-Weltmeister. Mit dem neuen Heckflügel, mit extrabreiten Seitenteilen, sogar mit Flügeln am Sitz – und trotzdem nur Rang sechs. Márquez‘ Glücks-Circuit wird zur Falle. Im ersten Run rutscht er hinter Bastianini weg, im zweiten trifft er auf Bezzecchi, vermasselt sich den letzten Versuch. Die Fahrer-Stewards öffnen bereits zwei Untersuchungsakten. Der Spanier ballt die Faust, aber die Uhr tickt gegen ihn.

Hinter der Helden-Geschichte lauern die kalten Zahlen: 18 Luftgrad, 24 Asphaltgrad, ein Wolkenhang über Texas. Und ein Wind, der plötzlich von Südwest dreht – genau die Richtung, die die Honda-Entwickler fürchteten.

Mir schockt honda, bagnaia wird gestoppt

Mir schockt honda, bagnaia wird gestoppt

Joan Mir sorgt für den ersten Seufzer in Tokio. Auf seiner Honda RC213V bricht er Bagnaias Rundenrekord, stellt 2:01,131 Minuten auf – und das, obwohl er gerade erst aus dem Schulkrankenhaus kam. Die Antwort aus Borgo Panigale folgt sofort: Bagnaia schraubt sich auf 2:01,0, wird aber von Takaaki Nakagami und Ogura blockiert. Er schlägt auf den Tank, verpasst die Frontreihe.

Die Yamaha-Tragödie komplettiert Quartararo. Der Franzose rutscht in Kurve 15 über den Hinterreifen, prallt gegen sein eigenes Bike. Er humpelt zurück in die Box, aber die Mechaniker wissen: Die WM wird wieder einmal ohne sie entschieden.

Aldeguer blutet, zarco flucht

Aldeguer blutet, zarco flucht

Fermín Aldeguer fährt mit geschientem Oberschenkel. Er senkt seine Zeit um ganze acht Zehntel, schiebt sich mit 2:00,9 in Q2 – und lächelt trotz Schmerzmittel. Zarco verpasst den Cut um 18 Tausendstel, brüllt über die Intercom: „Ich hatte Morbidelli vor mir, konnte nichts machen!“

Die Startaufstellung liest sich wie ein Krimi: 13. Raúl Fernández, 14. Moreira, 15. Zarco, 16. Quartararo, 17. Razgatlıoğlu, 18. Binder. Für die Fabrikteams ein Albtraum, für die Independent-Teams eine Chance, endlich Punkte abzustauben.

Die letzte runde: di giannantonio gegen die uhr

Die letzte runde: di giannantonio gegen die uhr

Zwei Minuten vor dem Abbruch zeigt die Ampel grün. Di Giannantonio jagt durch Sektor eins –violett auf der Zeitmessung. Er schlängelt sich an Mir vorbei, rast über die Hügelkuppe, bleibt in Kurve 12 haarscharf auf Linie. 2:00,882 – niemand kommt mehr ran. Bezzecchi wird Zweiter, Acosta Dritter. Bagnaia rutscht auf Viert, Martín Fünfter, Márquez Sechster. Die Ducati-Königsmacht bewahrt sich die Pole – nur eben nicht mit dem Designatten.

Morgen um 15:00 Uhr Ortszeit fällt der Vorhang. Dann zählt nur noch, wer nach 20 Runden noch Luft holt. Di Giannantonio hat nichts zu verlieren, Márquez alles. Und in der Boxenmauer von Gresini hängt bereits ein Schild: „Keep calm – the underdog bites.“