Dfb-frauen demonstrieren dominanz – blick auf duell mit österreich
Nürnberg fiebert, Herzogenaurach trainiert: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft steht vor zwei wichtigen WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich. Nach zwei souveränen Siegen gegen Slowenien und Norwegen gilt es nun, die Derby-Vibes zu bändigen und den klaren Weg zur Endrunde in Brasilien zu ebnen. Janina Minge, Vize-Kapitänin des Teams, warnt vor einer „extrem harten“ Aufgabe.
Vertrautheit und respekt im blick
Die Spielerinnen kennen sich gut, viele gegnerische Gesichter aus der Bundesliga. Diese Vertrautheit macht die kommenden Partien nicht einfacher, sondern intensiver. „Es werden zwei extrem harte Spiele“, prognostiziert Minge. Die Erinnerungen an die Nations League, in der die DFB-Elf Österreich deutlich unterlag (4:1 und 6:0), sind zwar präsent, doch die Qualifikation ist eine neue Geschichte. Die österreichische Mannschaft wird gewiss entschlossen sein, die Bilanz geraderichten.
Im Trainingslager in Herzogenaurach stimmt Bundestrainer Christian Wück seine Mannschaft auf die Herausforderung ein. Das Ziel ist klar: Die Tabellenführung in der WM-Qualifikationsgruppe festigen. Minge, mit ihren 30 Länderspieleinsätzen eine erfahrene Säule im Team, betont: „Unser Ziel ist es, uns in der Tabelle vorne festzusetzen.“

Mehr als nur fußball: selbstvertrauen und teamgeist
Die 26-Jährige blickt zurück auf eine beeindruckende Entwicklung in der Nationalmannschaft. Nach ihrem Debüt vor drei Jahren und dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille in Frankreich hat sie sich zu einer Führungsspielerin entwickelt. „Ich habe immer mehr Vertrauen in mich selbst bekommen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Minge. Ein weiteres Plus: Die Atmosphäre im Team ist außergewöhnlich harmonisch. „Wir haben gar nicht so viele Themen, die hier in der Nationalmannschaft ernsthaft diskutiert werden. Es läuft bei uns, deshalb gibt es wenig zu meckern.“
Besonders bemerkenswert ist Minge’s Vielseitigkeit. Die ausgebildete Polizistin ist auf mehreren Positionen einsetzbar – von der Innenverteidigung über das Mittelfeld bis hin zum Sturm. Ein Beweis für ihre Anpassungsfähigkeit war ihr überraschender Einsatz als Torhüterin im Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin, als die Stammkeeperin eine Rote Karte sah. „Natürlich hoffen wir, dass es nicht wieder vorkommt“, schmunzelt Minge, „aber ich stehe jederzeit zur Verfügung. Jetzt kann ich wirklich von mir behaupten: Ich habe jede Position gespielt.“
Die kommenden Spiele gegen Österreich werden zeigen, ob die deutsche Mannschaft ihre aktuelle Form bestätigen und den Weg zur WM in Brasilien weiter ebnen kann. Ein Sieg in Nürnberg wäre mehr als nur drei Punkte – es wäre ein klares Signal an die Konkurrenz und ein weiterer Schritt zur Zielerreichung.