Deutschlands u20 zerlegt österreich mit 44:28 – gegenstoß-maschine läuft auf hochtouren

Die deutsche U20-Nationalmannschaft hat ihren ersten Auftritt gegen Österreich in einen Gala-Auflauf verwandelt. 44:28 lautet der Befund nach 60 Minuten Handball-Schnellkurs in Steißlingen – mit einer klaren Botschaft: Die nächste deutsche Generation ist bereit, auch auf internationaler Bühne zu glänzen.

Gegenstoß-maschine läuft auf hochtouren

Schon nach 90 Sekunden lag Deutschland mit 4:0 vorne, Österreich hatte den Ball kaum berührt. Das Geheimnis: ein Pressing, das direkt ins Umschaltspiel mündete. 22 der 44 Treffer entstanden im Konter – eine Zahl, die Coach André Heuberger nach dem Spiel mit einem fast schon entschuldigenden Lächeln kommentierte: „Wir wollten eigentlich nur sicher stehen. Dass daraus so viele Gegenstöße wurden, ist ein Bonus.“

Die Außenbahn lieferte sich dabei ein Rennen in eigener Sache. Tom Koschek (8 Tore), Julien Sprößig (4), Anton Voß (4) und Monty Kleinsteuber (5) verwandelten Tempo in Zähler, während Tim Schröder als Kreisläufer des 1. VfL Potsdam schon nach 15 Minuten fünfmal jubelte. Österreichs Abwehr wirkte in diesen Phasen wie ein vergessenes Tor, das man zuziehen vergaß.

Zwischen hoch und tief liegt nur ein timeout

Zwischen hoch und tief liegt nur ein timeout

Doch selbst eine 23:13-Pausenführung schützt nicht vor kurzen Blackouts. Nach dem 6:6-Ausgleich (11.) schüttelte sich Deutschland kurz, schraubte dann aber das Tempo wieder hoch. Koschek markierte mit einem Hattrick den ersten Zehn-Tore-Abstand – und die Mindelsthal-Halle explodierte. Der amtierende U19-Weltmeister spielte sich in einen Rausch, der selbst die mitgereisten Österreicher mitkippeln ließ.

Heuberger wechselte früh durch, um jedem Akteur Laufzeit zu garantieren. Auch Rasmus Ankermann, erst vor Tagen noch Trainingsgast der A-Nationalmannschaft, durfte sich mit einem Treffer in die Liste eintragen – ein Fußabdruck, der signalisiert: Die Tür nach oben steht offen.

Der positionsangriff wartet noch auf die reifeprüfung

Der positionsangriff wartet noch auf die reifeprüfung

Dennoch bleibt Hausaufgabenstau. „Unser Positionsangriff war zu wechselhaft“, gab Heuberger unverblümt zu. Besonders in der 25. Minute, als Österreich den Rückstand auf neun verkürzte, zeigte sich: Wenn der Gegner die Tempo-Klappe zieht, braucht Deutschland noch Alternativen. Die aber sind vorhanden – sie müssen nur öfter abgerufen werden.

Am Samstag geht’s nach Bregenz. Für Österreich wird es Revanche sein wollen, für Deutschland der Beweis, dass 44 Tore kein Einmal-Ereignis bleiben. Die Mindelsthal-Halle hat ihr Zeugnis ausgestellt: Hier wächst derzeit das nächste deutsche Handball-Monster. Wer jetzt nicht zusieht, verpasst den Moment, in dem sich die Zukunft einträgt.