Deutsches tennis versinkt in miami: ein tag der verpassten chancen

Miami schlägt zurück. Was als Hoffnungsträger-Wednesday begann, endete im deutschen Tennis-Desaster. Kein einziger deutscher Akteur überlebte den Donnerstag in der Sonne von Florida – und das, obwohl zwei Damen bis an die Zählung gingen.

Lys kehrt zurück – und geht sofort wieder

Zwei Monate lang war Eva Lys weg, wegen eines Knies, das sie in Sydney zwickte. In Miami wollte sie beweisen, dass die Reha nicht umsonst war. Doch gegen die ukrainische Qualifikantin Yulia Starodubtseva sah die 24-Jährige aus, als stünde sie noch in der Reha-Halle. 1:6, 4:6 – die Zahlen sagen alles. Der Aufschlag fehlte, die Beine auch. 77 Minuten, dann war Schluss.

Der Frust war ihr anzusehen. Sie hatte in Indian Wells noch kurz vor Turnierstart abgesagt, in Miami wollte sie es wissen. Nun steht sie wieder bei Null.

Siegemund und seidel: dramen bis zum letzten punkt

Siegemund und seidel: dramen bis zum letzten punkt

Laura Siegemund lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Alexandra Eala. 3:20 Stunden, drei Sätze, ein Matchball weg. Die 38-Jährige zwang die philippinische Shooting-Star in den Tiebreak des ersten Satzes, verlor dann aber den Faden. 7:6, 3:6, 3:6 – am Ende war sie selbst der Matchball, den Eala verwandelte.

Ella Seidel war nah dran. Gegen Lilli Tagger, das österreichische Top-Talent, lag sie im dritten Satz sogar mit Break vor. Matchball im zehnten Game. Doch Tagger schlug zurück, nutzte ihre Chance. 6:7, 6:4, 7:5 – ein Satz, der hätte gehört, aber nicht geholt wurde.

Maria und co.: die generation 38 trifft auf die jugend

Maria und co.: die generation 38 trifft auf die jugend

Tatjana Maria, ebenfalls 38, traf auf Hailey Baptiste – 14 Jahre jünger. 5:7, 2:6 – die Erfahrung half nicht. Die US-Amerikanerin war schneller, druckvoller, gnadenloser. Maria verabschiedet sich wie Siegemund ohne Satzgewinn.

Die männer: jugend schlägt erfahrung

Yannick Hanfmann kam über die Quali, scheiterte dann an Rafael Jodar – 19 Jahre alt, Spanier, ebenfalls Qualifikant. 4:6, 6:4, 1:6 – Hanfmann fand nur einmal seine Mitte. Jan-Lennard Struff, 35, unterlag Darwin Blanch, 18, mit 3:6, 6:3, 3:6. Zwischen dem zweiten Satz und dem dritten lag eine Welt.

Blanch und Jodar – beide noch Teenager – schickten die deutsche Garde nach Hause. Die Bilanz: 0:6 an diesem Tag. Alexander Zverev hat ein Freilos, muss nun allein tragen. Miami bleibt ein Traum – aber nicht für Deutschland.