Deutsche verpassen medaille – mahuchich fliegt bei hallen-wm über 2,01 m

Torun sah Blau-Gold statt Schwarz-Rot-Gold. Während Jaroslava Mahuchich die Arena in einen einzigen Triumphschrei verwandelte, schaute Imke Onnen von Platz acht auf eine Latte, die 12 Zentimeter zu hoch hing. Der Auftakt der Hallen-WM endete für das deutsche Hochsprung-Team mit dem bitteren Geschmack einer verpassten Final-Platzierung.

Onnen bleibt unter saisonbestleistung

Die 31-jährige Kölnerin hatte sich für 1,93 m qualifiziert – 1,89 m schaffte sie am Samstagabend nur einmal. „Das ist ein Rückschlag, keine Frage“, sagte Bundestrainer Andreas Meyer nach dem Wettkampf. „Wir haben in den vergangenen Wochen stabiler gesprungen.“ Die Latte bei 1,92 wackelte zweimal, dann riss sie bei 1,95 endgültig die Luft aus dem deutschen Angriff. Platz acht bedeutet das schlechteste Ergebnis einer deutschen Hochspringerin bei einer Hallen-WM seit 2014.

Mahuchich dagegen spielte sich selbst und die ukrainischen Fans in Ekstase. Die 24-jährige Weltrekordlerin riss alle Höhen bis 2,01 m im ersten Versuch, verpasste danach dreimal 2,06 m – Gold trotzdem sicher. „Ich wollte die 2,06 unbedingt für die Menschen hier springen, die aus meinem Land geflohen sind“, sagte sie mit Tränen in den Augen. In Torun leben inzwischen mehr als 15.000 Ukrainer, die Arena glich einem blau-gelben Meer.

Drei silber, kein bronze – die seltsame medaillen-mathe

Drei silber, kein bronze – die seltsame medaillen-mathe

Weil Nicola Olyslagers, Angelina Topic und Julia Levchenko exakt 1,99 m sprangen und dieselbe Fehler-Statistik aufwiesen, entschied das Jury-Regelwerk über drei Silberne – Platz vier blieb leer. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte der ukrainische Chefcoach Volodymyr Glubokyy. „Aber es zeigt, wie knapp es zugeht.“

Für das deutsche Aufgebot von 14 Athleten bleibt damit nur ein Trost: Die Sommersaison rückt näher. Malaika Mihambo verzichtete bewusst auf Torun, um sich auf die Diamond Race vorzubereiten. „Wir haben intern klar gemacht: Die Medaillen müssen im Juli und August her, nicht im Februar“, erklärte DLV-Sportdirektor Jörg Bügner. Die nächste Chance auf Edelmetall: in drei Wochen bei der Indoor-Europameisterschaft in Apeldoorn. Dort will Onnen die Latte endlich wieder nach oben stellen – und nicht nur schauen.