Der „chief“ gegen jordan: parish' karriere-ende mit knall!
Vor 30 Jahren, am 6. April 1996, brach Robert Parish einen NBA-Rekord. Doch der stoische Veteran, bekannt als „The Chief“, sorgte kurz vor seinem Karriereende für einen unerwarteten Knall – mit Basketball-Legende Michael Jordan.
Ein trainings-duell eskaliert
Robert Parish, ein Mann, der für seine ruhige Art bekannt war, hatte in seiner langen NBA-Karriere wenig Aufsehen erregt. Er wurde „The Chief“ genannt, eine Anspielung auf den wortkargen Bromden aus „Einer flog übers Kuckucksnest“. Doch in seiner letzten Saison, 1996/1997, als er im Trikot der Chicago Bulls spielte, kam es zu einer explosiven Auseinandersetzung. Nicht etwa in einem Spiel, sondern bei einem Trainings.
Der legendäre Trainer Phil Jackson mischte die Teams für die Trainingsspiele durch. Parish, der eigentlich als Ergänzungsspieler galt, durfte plötzlich neben Jordan, Pippen und Rodman auf dem Feld stehen. Und er nutzte die Chance: „Wir haben ihnen vier Spiele lang in den Arsch getreten“, erinnert sich Parish später. Dann wagte er den Spruch: „Scottie, Michael – wie haben euch die Arschtritte gefallen?“
Die Reaktion Jordans, bekannt für sein unerbittliches Training und seine Tendenz, seine Mitspieler zu fordern, fiel prompt harsch aus. Parish beschreibt es so: „Michael hat das persönlich genommen.“
Der Veteran wehrt sich
Jordan versuchte, Parish mit verbalen Spitzen zu beeindrucken, doch der erfahrene Veteran ließ sich nicht einschüchtern. „Ich sagte zu ihm: ‚Wenn du ein Problem hast, komm her! Ist dir klar, mit wem ich gespielt habe? Mit den krassesten Typen der NBA! Larry Bird, Kevin McHale, Cedric Maxwell, Bill Walton, Tiny Archibald – und ich soll dich bewundern? Mann, verpiss dich.‘“ Es kam zu einem hitzigen Wortgefecht, nur Zentimeter trennten die beiden Athleten.
Parish erinnerte Jordan schlichtweg daran, dass er nicht der einzige mit Meisterschaftsringen war: „Ich sagte zu ihm: ‚Ich bin nicht so verliebt in dich wie die anderen. Ich habe auch ein paar Meisterschaftsringe.‘“ Jordans Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Ich werde dir in den Hintern treten.“ Parish konterte unmissverständlich: „Nein, das wirst du sicher nicht.“

Ein wendepunkt für jordan?
Parish glaubte, der Vorfall habe Jordan einen Moment der Selbstreflexion beschert. „Ich habe ihm nur gezeigt, dass man mich nicht einfach über den Tisch ziehen kann. Danach war er ein besserer Teamkollege, ein besserer Leader.“ Und tatsächlich, Jordan und Parish gewannen gemeinsam mit den Bulls die NBA-Meisterschaft gegen die Utah Jazz.
Robert Parish beendete seine Karriere als Rekordhalter mit 1.611 Spielen – ein Rekord, der erst 2026 von LeBron James gebrochen wurde. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass auch ein ruhiger Charakter wie „The Chief“ in der NBA für Aufsehen sorgen kann. Seine Zeit bei den Celtics, wo er mit Bird und McHale ein legendäres Frontcourt bildete, bleibt unvergessen. Drei Meisterschaften, neun All-Star-Teilnahmen und ein Platz in der Hall of Fame – Parish’ Vermächtnis geht weit über den Trainings-Zoff mit Jordan hinaus.
Seine Karriere begann übrigens eher widerwillig. „Als Kind mochte ich Basketball wirklich nicht“, gestand er einst. Doch er entwickelte sich zu einem der prägendsten Spieler der NBA-Geschichte. Ein kurioser Trade von den Warriors zu den Celtics rettete seine Karriere und katapultierte ihn zu Ruhm und Ehre. Joe Barry Carroll, der für Parish gehandelt wurde, wird bis heute als einer der größten Draft-Fehler überhaupt bezeichnet. Parish selbst kam sich wie aus dem „Gefängnis“ ins „Penthouse“ befördert.
