Deb-team scheidet enttäuschend im viertelfinale aus – draisaitl kritisiert fehler
- Enttäuschung nach dem aus: deb-teams verpassen olympia-medaille
- Künast bilanziert: ziel viertelfinale erreicht, aber mehr erwartet
- Deutliche niederlage gegen die slowakei: fehler und mangelnde frische
- Draisaitl selbstkritisch: zu viele fehler im entscheidenden moment
- Zweites drittel als entscheidender faktor: strukturverlust und konter
- Eiszeiten für nhl-profis: eine schwierige balance
- Wo steht das deutsche eishockey? eine realistische einschätzung
Enttäuschung nach dem aus: deb-teams verpassen olympia-medaille
Mailand – Sowohl die deutschen Eishockey-Damen als auch die Herren sind bei den Olympischen Winterspielen 2026 im Viertelfinale gescheitert. Besonders die 2:6-Niederlage der DEB-Männergegen die Slowakei am Mittwochnachmittag kam überraschend deutlich zustande. Der Traum von einer olympischen Medaille ist damit vorzeitig geplatzt.
Künast bilanziert: ziel viertelfinale erreicht, aber mehr erwartet
Christian Künast, DEB-Vorstand Sport, zeigte sich nach dem Turnierverlauf gemischt. „Wenn ich jetzt nur die Zahlen nehme, dann war unser Verbandsziel mit beiden Teams – und ich nehme jetzt bewusst auch die Frauen dazu – das Viertelfinale. Das haben wir erreicht. Aber am Ende ist es so – und das ist ja mittlerweile unser Anspruch und auch mein Anspruch –, dass man nicht mehr sagt wie vor ein paar Jahren: Viertelfinale, alles ist gut. Wir wollten natürlich mehr und wir hätten uns gefreut, wenn es weitergegangen wäre“, so Künast.

Deutliche niederlage gegen die slowakei: fehler und mangelnde frische
Das Spiel gegen die Slowakei offenbarte deutliche Schwächen im deutschen Team. Die Slowaken wirkten frischer und waren oft einen Schritt schneller. „Die Slowaken waren frischer, oft einen Schritt schneller. Ohne das als Ausrede zu nehmen, hatten wir das dritte Spiel in vier Tagen – und die Slowakei hatte seit Samstag kein Spiel mehr. Das hatten sie sich aber auch erarbeitet in der Gruppenphase und damit verdient“, analysierte Künast.

Draisaitl selbstkritisch: zu viele fehler im entscheidenden moment
Leon Draisaitl, Kapitän der DEB-Mannschaft, übte ebenfalls Selbstkritik. „Es waren einfach zu viele Fehler. In so einem Spiel musst Du dir selbst so lang wie möglich eine Chance geben, das Spiel irgendwann zu gewinnen. Das haben wir überhaupt nicht gemacht. Wenn man so spielt, dann gibt man sich selbst gar nicht erst eine Chance“, so Draisaitl. Moritz Müller ergänzte, dass es kein überzeugendes Spiel war und man die starken Slowaken nicht schlagen konnte.

Zweites drittel als entscheidender faktor: strukturverlust und konter
Besonders das zweite Drittel, in dem drei Gegentore durch slowakische Konter und individuelle Fehler entstanden, besiegelte die Niederlage. Bundestrainer Harold Kreis kritisierte, dass das Team zu sehr gepresst und die Struktur verlassen habe. Frederik Tiffels betonte, dass die Slowaken die Kleinigkeiten besser gemacht hätten. Die Anfälligkeit für Konterangriffe, die bereits gegen Dänemark und Lettland aufgefallen war, wurde erneut deutlich.

Eiszeiten für nhl-profis: eine schwierige balance
Nach dem Ausscheiden wurde auch über die Eiszeiten der NHL-Profis diskutiert. Kreis räumte ein, dass die Frage berechtigt sei, ob er sie zu viel eingesetzt habe. Künast betonte, dass eine ausgewogene Verteilung der Eiszeiten wichtig sei, um Kräfte für die K.-o.-Phase zu sparen. Eine homogene Mannschaftsformierung könnte hierbei helfen.

Wo steht das deutsche eishockey? eine realistische einschätzung
Künast schätzte das deutsche Eishockey realistisch ein: „Ich würde sagen, wenn alle da sind, zwischen Platz 7 und 10 in der Welt.“ Dies sei ein guter Schritt, aber noch weit entfernt von den Medaillenrängen. Draisaitls Fazit fiel ernüchternd aus: „Wir hätten schon gerne besser spielen wollen. Wir haben nie so wirklich zu unserem Spiel gefunden. Es ist eine verbrauchte Chance, die wir nicht genutzt haben. Das tut mit Sicherheit weh.“
