De larrea schießt valencia basket zum sieg gegen olympiacos

2,9 Sekunden. So viel Zeit blieb dem jungen Sergio De Larrea, als er kalt von der Bank kam, die Freiwurflinie betrat und den Roig Arena zum Explodieren brachte. Zwei Freiwürfe, ein Punkt Vorsprung, kein Zittern in der Hand – und Valencia Basket hatte den mächtigen Olympiacos mit 85:84 bezwungen. Ein Sieg, der in der Euroliga-Tabelle Gold wert sein kann.

Ein abend, der auf messers schneide stand

Von Anfang an war klar, dass dies kein gewöhnliches Ligaspiel werden würde. Die gut gefüllten Ränge des Roig Arena spürten es, die Spieler spürten es. Schon in den ersten Minuten lieferten sich beide Teams einen Abtausch auf Augenhöhe, bei dem Sasa Vezenkov für die Griechen den Ton angab. Valencia ließ sich aber nicht abschütteln. Braxton Key riss das Spiel mit einem Dreier, einem Dunking und einem Assist an sich – und die Hausherren lagen plötzlich vorne.

Pedro Martínez' Team erhöhte danach die Intensität in der Verteidigung, erstickte den Spielaufbau der Piraeus-Mannschaft und trieb Trainer Georgios Bartzokas zur Weißglut an der Seitenlinie. Nur die explosiven Drives von Tyson Ward durchbrachen die Druckzone immer wieder. Das reichte dem Olympiacos aber nicht, um sich entscheidend abzusetzen – der erste Abschnitt gehörte Valencia.

Die griechen schlagen zurück – und valencia antwortet

Die griechen schlagen zurück – und valencia antwortet

Das zweite Viertel erzählte eine andere Geschichte. Olympiacos fand seine Rhythmen, beschleunigte die Ballzirkulation, fand Vezenkov erneut und nutzte Valencias Rückzug in der Defensive gnadenlos aus. Ein 5:13-Lauf kurz vor der Pause stellte die Dinge auf den Kopf: 42:50 zur Halbzeit. Die Offensive Rebound-Quote der Griechen war beunruhigend – Valencia fand schlicht keine Antworten auf die zweiten Bälle.

In der Kabine wurde offensichtlich etwas geradegerückt. Josep Puerto, der in dieser Partie sein 115. Euroliga-Spiel im Trikot der taronjas bestritt und damit zum Rekordspieler des Klubs in diesem Wettbewerb wurde, gab den Ton an. Valencia begann zu kämpfen, zu rennen, zu sammeln. Die Assists häuften sich – 20 in den ersten 25 Minuten –, die Freiwürfe der Griechen verfehlten ihr Ziel reihenweise, und plötzlich zeigte die Anzeigetafel 54:52 für die Gastgeber. Die 500 mitgereisten Olympiacos-Fans schwiegen merklich leiser.

Key stiehlt den ball – und montero zahlt den preis

Key stiehlt den ball – und montero zahlt den preis

Das Schlussviertel wurde zum Nervenspiel. Evan Fournier, der sich den ganzen Abend in einem Formtief befunden hatte, erwachte im schlimmsten Moment für Valencia. Olympiacos erhöhte die Pressinglinie, und plötzlich war das Spiel wieder offen. Doch Key ließ nicht locker: Er stahl den Ball, schloss den Konter selbst ab und brachte Valencia mit 58 Sekunden auf der Uhr in Führung.

Was dann folgte, war reines Theater. Olympiacos glich aus. Jean Montero traf. Fournier antwortete mit einem Dreier. Noch 13 Sekunden, Valencia einen Punkt hinten. Montero nahm den Ball, dribbelte Fournier an, der ihn foulte – aber dabei die ramponierte rechte Hand des Dominikaners traf. Montero musste vom Feld. Und De Larrea, 22 Jahre jung, betrat die Freiwurflinie.

Einen traf er, einen verfehlte er. Dann der zweite Besitz, 2,9 Sekunden auf der Uhr, ein Punkt vorne. Founier stürmte zum Korb – und scheiterte. Der Roig Arena tobte. Valencia hatte Olympiacos zum zweiten Mal in dieser Saison besiegt, nachdem man zuvor bereits in Piräus gewonnen hatte. In den ersten acht Heimspielen gegen die Griechen war das nie gelungen.

Was diese zahlen bedeuten

Valencia steht jetzt bei 21 Siegen in der Euroliga und hat bei noch fünf ausstehenden Spielen zwei Siege Puffer auf den siebten Platz. Die direkte Qualifikation für das Viertelfinale ist zum Greifen nah. Papi Badio lieferte mit 15 Punkten, Key mit 12, Montero mit 13 – bevor er verletzt ausschied. Über seine rechte Hand wird man in den nächsten Tagen mehr wissen. Das ist der einzige Schatten über einem Abend, der sonst nur Licht hatte.

Als Ehrengast saß übrigens Quique Llopis auf der Tribüne – der valencianische Hürdenläufer, der am Wochenende beim Weltmeisterschaft in Torun Silber über 60 Meter Hürden geholt hatte. Zwei Athleten aus Valencia, zwei Silbermedaillen-Momente in einer Woche. Nein, warte: De Larrea hat Gold getroffen.