Davos dominiert powerplay – fribourg versenkt sich selbst

Der HC Davos schießt sich mit 26,17 % Überzahlausbeute in die Playoffs, während Fribourg-Gottéron 25 Chancen vergeigt – und damit die Serie klar verliert.

Davos und lausanne lassen die scheibe sprechen

26,17 % – das ist keine Fantasiezahl, sondern die nackte Wahrheit über die Regular Season. Die Davoser lassen Gegner in Unterzahl zappeln, während andere Teams noch überlegen, wann sie endlich den Puck aus der eigenen Zone bugsieren. 39 Treffer erzielte der HCD mit einem Mann mehr, Lausanne folgt mit 24,09 % und 36 Toren. Beide Klubs tragen diese Selbstsicherheit direkt in die Post-Season hinein: Lausanne erzielte bereits sieben Powerplay-Treffer, Davos sechs – und das nach nur zwei Spieltagen.

Die Scheibe fliegt schneller als die Strafbank umschalten kann. In der vergangenen Woche zerlegte Davos den Gegner innerhalb von 32 Sekunden: Pass, One-Timer, Tor. Die Gegner ducken sich, weil sie wissen: Ein Foul kostet hier fast immer einen Gegentreffer. Das ist keine Taktik, das ist Psychokrieg.

Fribourg verspielt 25 chancen – und die serie

Fribourg verspielt 25 chancen – und die serie

Roger Rönnberg schaute jedes Mal wie angewurzelt. 25 Powerplays, kein Tor. Statt sich mit Zugnummern zu brüsten, baut sein Team lieber einen Straßenstau vor dem gegnerischen Tor auf. Die Lakers dagegen jubeln nach jedem Kill, als hätten sie gerade ein Kurzarbeitstor verhindert. Die Statistik ist gnadenlos: Wer 0 % trägt, trägt auch die Playoff-Aus nach Hause.

Die Frustration schwappt über die Bande. In Spiel 3 pfiff das Publikum jedes Mal, wenn der Schiedsrichter die Hand hob – nicht wegen der Strafe, sondern wegen der Gewissheit, dass nichts draus wird. Sportpsychologen nennen das „learned helplessness“. Auf dem Eis nennt man es einfach „Saisonende“.

Ambrì und bern verpassen den extra-sprint

Ambrì und bern verpassen den extra-sprint

Die Leventina war dieses Jahr kein Wintermärchen, sondern eine Winterbaustelle. 16,15 % Powerplay-Quote – das reicht kaum für ein Freibier in der Kabine. Bern liegt mit 17,88 % knapp darüber, doch in engen Spielen ist „knapp“ keine Trophäe wert. Die Vergangenheit lehrt: Wer in der Schweiz die Meisterschaft gewinnen will, muss auch in Überzahl gewinnen. Ambrì verpasste die Playoffs um zwei Punkte – zwei Punkte, die sich mit zwei zusätzlichen Powerplay-Toren leicht gefunden hätten.

Die Saison ist noch nicht vorbei, aber die Rechnung ist aufgemacht. Davos und Lausanne feiern nicht nur Tore, sondern auch die Gewissheit, dass jede Strafe des Gegners ein Geschenk ist. Fribourg sammelt dagegen nur noch Lehrgeld – und das ist in der Post-Season bitter teuer.