David zabel: fußball, kultur und bildung gegen rechtsextremismus
- David zabel im gespräch: ein dreizack gegen ausgrenzung
- Doppelte ost-identität und die wurzeln in wernigerode
- Kindheitserinnerungen: bvb, wm 1994 und das erleben von rassismus
- Sport, kultur und bildung als lebensaufgabe
- Kommerzialisierung und rassismus im fußball: eine gefährliche kombination
- Zugehörigkeit und die notwendigkeit, rassismus zu benennen
- Ein soziales projekt: zabel sieht sich selbst als teil der lösung
David zabel im gespräch: ein dreizack gegen ausgrenzung
David Zabel, Vorsitzender des Kulturbeirats Kassel und Mitbegründer von Streetbolzer e.V. und Roots – Against Racism in Sports, sprach im Podcast „Flutlicht an!“ über seine Visionen für eine inklusive Gesellschaft. Im Zentrum stehen dabei die Themen Fußball, Kultur und Bildung, die er als untrennbare Elemente für den Kampf gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung betrachtet. Zabel beleuchtet die zunehmende Kommerzialisierung im Sport und deren negative Auswirkungen auf die Inklusion.

Doppelte ost-identität und die wurzeln in wernigerode
Zabel beschreibt seine persönliche Prägung durch seine Herkunft. Geboren und aufgewachsen in Wernigerode, Ostdeutschland, mit einem Vater aus Sambia, Ostafrika, verkörpert er eine „doppelte Ost-Identität“. Seine Kindheit war geprägt von der Abwesenheit des Vaters und der Leidenschaft für den Sport, insbesondere Fußball. Er bezeichnet sich selbst als ein „Bolzplatzkind“, dessen Bolzplatz am Kastanienwäldchen lag.

Kindheitserinnerungen: bvb, wm 1994 und das erleben von rassismus
Die Kindheit von David Zabel war geprägt von der Begeisterung für den BVB und der Fußball-WM 1994 in den USA. Der Gewinn Brasiliens hinterließ einen bleibenden Eindruck. Er spricht offen über seine Erfahrungen mit Rassismus und die damit verbundene Abwertung. Die Möglichkeit, erfolgreiche brasilianische Spieler zu imitieren, bot ihm jedoch für einen Moment ein Gefühl der Zugehörigkeit und Bestärkung.

Sport, kultur und bildung als lebensaufgabe
Im Laufe der Jahre kristallisierten sich für Zabel die Themen Sport, Kultur und Bildung als sein beruflicher und gesellschaftlicher Fokus heraus. Er betont die enge Verbindung dieser Bereiche und die Notwendigkeit, sie ganzheitlich zu betrachten. Als Vorsitzender des Kulturbeirats in Kassel setzt er sich für eine Erweiterung des Kulturbegriffs ein und betont die Bedeutung der Fußballkultur, insbesondere die Rolle der Ultras.
Kommerzialisierung und rassismus im fußball: eine gefährliche kombination
Zabel kritisiert die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball, die zu Ausschlüssen führt. Er sieht Rassismus als ein weiteres großes Problem, das die Zugehörigkeit von Spielern gefährdet. Er stellt die provokante Frage, wie Joshua Kimmich behandelt würde, wäre er Schwarzer: „Er würde als Bad Boy der Liga gelten.“
Zugehörigkeit und die notwendigkeit, rassismus zu benennen
Zabel betont, dass Zugehörigkeit nicht infrage gestellt werden darf, aber genau das geschieht oft. Er unterstreicht die Schwierigkeit, Rassismus zu benennen, da dies oft mit einem Sturm der Kritik verbunden ist. Er plädiert für Opferbereitschaft im Kampf gegen Rassismus und kritisiert, dass Teams bei rassistischen Vorfällen für das Verlassen des Platzes bestraft werden könnten, was dem eigentlichen Ziel entgegensteht.
Ein soziales projekt: zabel sieht sich selbst als teil der lösung
„Ich bin ein soziales Projekt, deswegen mache ich auch soziale Projekte“, so Zabel. Seine Arbeit bei Streetbolzer e.V. und Roots – Against Racism in Sports zielt darauf ab, Zugehörigkeit zu fördern und Vorurteile abzubauen. Er betrachtet seine Arbeit als einen Beitrag zu einer inklusiveren und gerechteren Gesellschaft.
