D'aversa zündet den turbo: illic, kulenovic und ebosse sollen das neue torino retten
Roberto D’Aversa hat genug von der Geisterfahrt. Während die Serie A atmet, schmiedet der Coach im Filadelfia-Komplex Pläne, die das Saisonfinale des FC Turin auf den Kopf stellen könnten. Ivan Ilic, Kulenovic und Ebosse – drei Namen, die bislang nur Randnotizen waren, sollen jetzt die Hauptrolle übernehmen.
Illic will endlich den knoten platzen lassen
22 Minuten gegen Lazio – das war’s für den serbischen Mittelfeldspieler in dieser Rückrunde. Eine Lumbalgie stoppte ihn monatelang, doch seit Wochen läuft er schmerzfrei. D’Aversa testete ihn auf der linken Sechserposition, wo zuletzt Gineitis wuchs. Die Botschaft: Wenn Ilic fit ist, spielt er. Der Trainer setzt auf den Ruck des 23-Jährigen, um dem Mittelfeld die letzte Feinheit zu geben, die zwischen Europa und Mittelfeld fehlt.
Die Zahlen sprechen für ihn: In den 81 Minuten vor seiner Verletung erzielte Turin mit Ilic 1,8 xG mehr pro Spiel, gewann 62 % seiner Zweikämpfe in der Vorwärtsbewegung. D’Aversa will diese Werte zurück – und zwar sofort.

Kulenovic nutzt die sekunden, die zapata und simeone lassen
Der Kroate traf gegen Inter im Viertelfinale, doch der Pokalheld stand danach wieder auf der Bank. Dahinter steckt keine Demütigung, sondern ein Plan: Kulenovic soll in den letzten acht Spielen als Joker mit Startelf-Potenzial eingesetzt werden. Seine Bewegung zwischen die beiden Zentrumverteidiger ist giftig, seine Linksfuß-Statistik in der Zone 14 liegt bei 87 % Passquote. Adams und Zapata sind älter, Simeone läuft auf Höchsttouren – Kulenovic wartet nur auf den Moment, wenn die Batterie schwächelt.

Ebosse ist längst kein geheimtipp mehr
Vier Spiele, vier Mal in der Startformation. Der französische Linksverteidiger kam im Winter, doch seine Entwicklung ist kein Schneeballeffekt. D’Aversa liebt seine Geschwindigkeit aus dem Stand: 34,2 km/h Spitzwert, dazu 64 % gewonnene Duelle auf der Außenbahn. In der Dreierkette fungiert er als zusätzlicher Flügelspieler, der den Gegner sofort unter Druck setzt. Der Coach überlegt bereits, ob er ihn künftig noch höher platziert – als linksschwingender Achter.
Derweil trainiert die Mannschaft nur heute, morgen gibt es frei. D’Aversa lässt die Ideen sacken. Die letzten acht Partien sind sein persönliches Finale: acht Chancen, um mit frischen Gesichtern den Europacup-Anschluss zu wahren. Wer zuletzt nur die Bank wärmte, könnte bald jene sein, der die Kurve kratzt.
Turin spielt nicht mehr mit der Angst, sondern mit dem Blick nach vorn. Und wenn der Plan aufgeht, redet bald ganz Italien von drei Unbekannten, die zum Schluss den Unterschied machten.
